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Die schwäbische Hausfrau

Zum Artikel „Geschenk für die Sportvereine“ und dem Kommentar „Schwäbische Hausfrau, hilf!“ vom 14. Dezember

Im Gemeinderat werden immer wieder mehrheitlich Entscheidungen getroffen, als wäre die Vernunft abwesend. Meistens kostet dies die Bürgerinnen und Bürger viel Geld. Hier ist Andreas Volz in seinem Plädoyer für die schwäbische Hausfrau Recht zu geben. Eigeninteressen und/oder Ideologie stehen dann im Vordergrund, anstatt das Gemeinwohl der Stadt. Das ist ärgerlich. So wird beim Aussetzen der Hallennutzungsgebühr für Sportler damit argumentiert, dass es uns im Moment so gut geht. Und das, nachdem dieser Gebührenkompromiss mit dem Sport mühsam ausgehandelt wurde. Andere Sportler außerhalb der Hallen erhalten nichts.

Was für eine Weisheit bei SPD und Freien Wählern. Oder es soll mit einer teuren Personalstelle - rund 68 000 Euro im Jahr - das Weltklima geschützt werden. Ein Aktionismus, der ohne vorheriges Konzept für eine solche Personalstelle verpufft. Klimaschutz ist unverzichtbar. Aber ein einziger Beauftragter läuft hier gegen Windmühlen, wenn nicht eine ganze Verwaltung mitzieht. Oder stellen insbesondere SPD und Frauenliste die erst 2016 mit ihren Stimmen mitbeschlossene Bäderkooperation mit Dettingen infrage und wollen schon vor 2030 ein neues Hallenbad in Kirchheim eröffnen?

Stand heute kann sich die Stadt Kirchheim ein neues Hallenbad jedoch noch nicht leisten, denn es müssen dafür in finanziell guten wie schlechten Zeiten jährlich 1,5 bis 2 Millionen Euro an Abmangel aus dem städtischen Haushalt finanziert werden. Statt sich auf den Weg zu machen, die finanziellen Voraussetzungen für ein neues Hallenbad zu schaffen, werden allein in einer Sitzungsrunde Mehrausgaben beziehungsweise Mindereinnahmen von zusammen über 100 000 Euro beschlossen.

Da kann man den Sparimpulsen einer schwäbischen Hausfrau wirklich mehr zutrauen.

Wilfried Veeser, Mitglied der CDU-Fraktion im Gemeinderat Kirchheim

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