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Die Seele verkauft

Zum Artikel „Tieflader aus Ulm für die Saudis“ vom 13. April

Jeder kennt das Hauff‘sche Märchen vom kalten Herz. Für Macht und Reichtum verkauft Peter Munk seine Seele an den Bösen, der ihm statt seines eigenen Herzens einen kalten Stein einsetzt.

Für Macht und Reichtum verkauft der Bundessicherheitsrat, bestehend aus der Kanzlerin, fünf Ministern aus der CDU/CSU und drei von der SPD ihre Würde. „Vertragstreue“ (so Altmaier) gegen Menschenleben. Die Waffen werden über Frankreich nach Saudi-Arabien exportiert und letztlich wohl in dem entsetzlichen Krieg im Jemen eingesetzt. Allen Beteiligten ist das klar. Was für eine Scheinheiligkeit, die Ermordung des Journalisten Kashoggi für einen kurzfristigen Rüstungsstopp nach Saudi-Arabien, der nun zu Ende geht, zu instrumentalisieren. Und nebenbei werden die Vereinigten Arabischen Emirate, die ebenfalls im Jemen „engagiert“ sind, mit deutschen Waffen beliefert - siehe zum Beispiel Berichte von Amnesty International oder von der Aktion Aufschrei.

Im Märchen bekommt Peter Munk sein warmes Herz zurück, nachdem er tief bereut hat. Ich wünsche dem Bundessicherheitsrat und allen beteiligten Rüstungsfirmen, zum Beispiel Kamag aus Ulm und Dynamit Nobel Defence die Aufrichtigkeit zu tiefer Reue, damit sie ihre Würde wiederbekommen, indem sie sich radikal aus dem tödlichen Waffengeschäft herausziehen.

Martin Lempp, Bissingen

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