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Die Sorge vor der Fahrstuhlmannschaft

Oberliga Der VfL Kirchheim muss das Unternehmen Klassenerhalt im Zuge der Spielklassenreform zu viert statt zu sechst angehen. Die Hoffnung liegt auf der Heimstärke. Von Peter Eidemüller

Matthias Gantert, Simon Geßner, Manuel Mangold und Luis Hornstein sollen den VfL in der Oberliga halten.
Matthias Gantert, Simon Geßner, Manuel Mangold und Luis Hornstein sollen den VfL in der Oberliga halten.

Dass Zahlen doch lügen, darin liegt bei Tischtennis­oberligist VfL Kirchheim vor Beginn der Saison am Wochenende die wohl größte Hoffnung - legt man nur den die Spielstärke definierenden TTR-Wert aller Teams zugrunde, stünden die Teckstädter als Tabellenvorletzter des Zehnerfelds nämlich bereits vor dem ersten Ballwechsel als Absteiger fest. „Die Leistungsdichte in dieser Saison ist sehr groß“, weiß Vereinsurgestein Klaus Hummel, der im Zuge der Reduzierung der Spielerzahl in den Bundesspielklassen von sechs auf vier Akteure genau wie Patrick Strauch und Dominik Goll künftig in der zweiten VfL-Mannschaft an der Platte steht.

Groll gibt’s deswegen intern nicht, dafür aber Sorgen: „Wir profitieren von dieser Regelung nicht“, unkt Hummel, der den VfL als Quartett weniger stark einschätzt denn als Sextett. „Im schlimmsten Fall werden wir zur Fahrstuhlmannschaft“, befürchtet der Routinier, dass das Kirchheimer Flaggschiff auf Dauer zu viert zu schwach für die ­Oberliga, zu sechst aber zu stark für die darunter angesiedelte Verbandsoberliga sein wird, in der laut Reglement wieder ein halbes Dutzend Spieler ran dürfen.

Klares Ziel: Klassenerhalt

Unabhängig aller Rechenspiele und Personalrochaden ist das Ziel des VfL klar: Klassenerhalt. Erreichen sollen diesen Simon Geßner, Manuel Mangold, Matthias Gantert sowie Neuzugang Luis Hornstein und Ersatzmann Michael Roll, die zum Auftakt am Sonntag gleich bei einem der Titelanwärter gastieren: Der TTC Mühlhausen geht nach dem SV Plüder­hausen, der Bundesligareserve des ASV Grünwettersbach und dem SV Kornwestheim mit dem viertbesten TTR-Wert ins Rennen. Erfahrungswerte gegen das Team aus dem Hegau gibt es nicht - Mühlhausen spielte vergangene Saison in der Badenliga, lag dort zum Zeitpunkt des coronabedingten Abbruchs mit drei Siegen und einem Remis auf Rang eins. Zum Vergleich: Der VfL war mit zwei Siegen und vier Niederlagen Oberligaachter. „Je nach Corona-Verlauf haben wir den Vorteil, ohne ausländische Spieler zu agieren, die eventuell wegen Quarantäne-Bestimmungen nicht einreisen oder spielen dürfen“, sagt Klaus Hummel, „dies ist aber natürlich nicht unsere Zielsetzung. Wir setzen auf unsere bekannte Heimstärke und gute Leistungen unserer Akteure.“

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