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Die Stärkung des ÖPNV

Stellungnahme Die Stadt Kirchheim spricht sich für eine bessere Vertaktung aus – und für weniger Werbefläche. Von Andreas Volz

Ein Stein des Anstoßes ist aus Kirchheimer Sicht Werbung auf Bussen, die sich auch auf die Fensterflächen ausdehnt: Für Menschen
Ein Stein des Anstoßes ist aus Kirchheimer Sicht Werbung auf Bussen, die sich auch auf die Fensterflächen ausdehnt: Für Menschen mit Sehbehinderungen sei das ein Nachteil. Archiv-Foto: Markus Brändli

Wie lässt sich der öffentliche Nahverkehr stärken? Um diese Frage dreht sich die Stellungnahme der Stadt Kirchheim zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans für den Landkreis Esslingen. Die Stellungnahme konzentriere sich auf einige wesentliche Punkte, stellte Oberbürgermeister Pascal Bader im Gemeinderat fest und zählte unter anderem eine bessere Abstimmung von Bus- und S-Bahn-Fahrplänen auf, eine bessere innerörtliche Erschließung der Teilorte Ötlingen und Lindorf, aber auch die Problematik, dass die Werbeflächen auf den Bussen immer häufiger die Fensterflächen mit einbeziehen. Insbesondere für Menschen mit Sehbehinderungen sei das ein schwerwiegender Nachteil.

Max Blon (Grüne) plädierte dafür, den Buslinien nicht nur eine Nummer zu geben, sondern auch ein leicht erkennbares Symbol. Auch das soll für Menschen mit Beeinträchtigungen eine Hilfe sein. Außerdem sprach er sich dafür aus, dass der Expressbus zum Flughafen auch in Ötlingen hält. Ötlingens Ortsvorsteher Hermann Kik sieht in diesem Fall aber einen Widerspruch zur Bezeichnung „Expressbus“: „Da kann man von Ötlingen vorher auch mit der S-Bahn nach Kirchheim fahren.“

SPD-Stadtrat Andreas Kenner griff den Punkt der besseren Vertaktung auf: „Wenn die S-Bahn ankommt, muss auch ein Bus kommen. Keiner möchte nachts eine Stunde lang am Kirchheimer Bahnhof auf seinen Bus warten.“ Außerdem müssten Busse dort hinfahren, wo die Menschen hinwollen - nicht umgekehrt. Was den Nachverkehr auf jeden Fall stärken würde, wäre aus seiner Sicht die Einhaltung des Versprechens, dass er sicher, sauber und zuverlässig ist.

Für Heinrich Brinker (Linke) gehen alle Bemühungen um den ÖPNV nicht weit genug. Er wollte deshalb in der Kirchheimer Stellungnahme das Ziel festschreiben, dessen Anteil am Verkehrsaufkommen bis 2030 zu verdoppeln. Sein Antrag verfehlte allerdings die erforderliche Mehrheit deutlich - mit 8 zu 16 Stimmen, bei 14 Enthaltungen.

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