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Die TGN hat noch viele Baustellen

Handball Nach dem Rauswurf von Trainerin Ausra Fridrikas ist die Zukunft der Kooperation mit TuS Metzingen unklar.

Nürtingen. Je heftiger der Sturm, desto länger dauert es, bis wieder Ruhe einkehrt. Letzteres erhoffen sie sich bei der TG Nürtingen nach dem Rausschmiss ihrer Zweitliga-Frauen-Trainerin Ausra Fridrikas zwar sehnlichst, doch die Wellen ebben nach der für viele überraschenden Entscheidung nur langsam ab. Zumal es ja noch einige Baustellen bezüglich der Zukunft gibt. Die größte ist wohl die Frage danach, wie es mit Kooperationspartner TuS Metzingen weitergeht.

Fakt bleibt: Die einstige Welthandballerin steht weiterhin beim TG-Kooperationspartner TuS Metzingen als Trainerin in Lohn und Brot. Zudem ist die schriftliche Freistellung seitens der TG noch nicht erfolgt. Und klar ist auch, dass der rund zwölfeinhalb Autokilometer entfernte große Partner über die jüngsten Entwicklungen rund um die Theodor-Eisenlohr-Halle alles andere als erfreut sein dürfte. Laut Turngemeinde soll das Ganze die Zusammenarbeit nicht betreffen, das äußerte zumindest der Nürtinger Abteilungssprecher Gunnar ­Fischer unlängst.

TuS-Geschäftsführer Ferenc Rott machte vergangene Woche deutlich: „Wir müssen das alles nun erst einmal überdenken.“ Eine Tendenz gebe es nicht, das wäre, so Rott, auch noch zu früh, aber allzu lang wird es wohl nicht mehr dauern, bis sich die Vereine zusammensetzen werden. So viel scheint aber sicher: Das Thema Ausra Fridrikas wird dabei auch noch mal auf den Tisch kommen.

Die 53-Jährige gehört in Metzingen zum erweiterten Trainerstab der Bundesliga-Mannschaft und ist für die TuS-B-Jugend verantwortlich. Zu beanstanden hatte Rott an ihrer Arbeit bisher nichts. „Das klappt gut, wir sind richtig zufrieden mit ihr“, sagt er, will aber natürlich auch noch mal mit den Nürtingern die Lage ­abklären und auch deren neuen Trainer ­Simon Hablizel kennenlernen, um sich ein Bild von ihm zu machen.

Wie sich alles weiterentwickeln wird, ist weiter ungewiss. Ziemlich eindeutig würde hingegen eine sportliche Nürtinger Perspektive ohne weitere Metzinger Unterstützung aussehen. Neben den Top-Torschützinnen ­Katarina Pandza und Laetitia Quist, beide Nachwuchshoffnungen mit bereits beträchtlicher Spielzeit bei der TuS in der Beletage des deutschen Frauenhandballs, kommen Torhüterin Lena Schmid und Spielmacherin Saskia Wagner vom Verein aus der Sieben-Keltern-Stadt. Sollte vor allem das Rückraum-Duo künftig wegfallen, sähe wohl auch eine hiesige Zweitliga-Zukunft ziemlich düster aus.

Unabhängig davon: Der Blick soll bei der Turngemeinde nach vorne gehen. Wann die erwünschte Ruhe eintreten wird, ist nicht absehbar.jsv/als

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