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Die Vorreiter fahren die Ernte ein

Pferdesport Knapp 1000 Startplatzreservierungen und rund 300 Teilnehmer fördern die Vorfreude auf das 51. Weilheimer Reitturnier, das heute beginnt. Von Reimund Elbe

Vier Tage Pferdesport vom Feinsten im Schatten der Limburg - das verspricht die 50. Auflage des Weilheimer Reitturniers, das heu
Vier Tage Pferdesport vom Feinsten im Schatten der Limburg - das verspricht die 50. Auflage des Weilheimer Reitturniers, das heute beginnt. Foto: Markus Brändli

Aus den Vorreitern des vergangenen Jahres sind Sturmerprobte geworden: Zum zweiten Mal organisiert der RFV Weilheim sein über die Landesgrenzen hinaus bekanntes Spätsommer-Turnier unter Pandemie-Vorzeichen. Was hilft, sind wertvolle Erkenntnisse aus 2020. Im direkten Vergleich zum vergangenen Jahr kehrt aktuell etwas mehr Normalität zurück.

Vor zwölf Monaten war der Reit- und Fahrverein fast einziger Gastgeber in der süddeutschen Turnierszene, wickelte das Vier-Tage-Ereignis trotz vieler Corona-Auflagen weitgehend reibungslos ab. „Wir haben einen hohen Standard“, betont Gregor Küstermann, Zweiter Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins. Damit meint der vor wenigen Tagen in der Mitgliederversammlung - ebenso wie die Klubvorsitzende Heike Glück - klar Wiedergewählte nicht nur den sportlichen Part. Das Coronavirus lässt den RFV auch in diesem Jahr nicht los. Dem Verein bietet sich allerdings deutlich mehr Spielraum.

Freiheiten haben die Weilheimer zum Beispiel hinsichtlich Zuschauerzahl. Gab es 2020 ein Maximum von 500 Personen auf dem Gelände am Ehnisbach, fehlt diesmal eine fest definierte Menge. Das Anwenden der 3-G-Regel bei allen Beteiligten stand zunächst im Raum und hätte einen hohen bürokratischen Aufwand zur Folge gehabt. Doch 3G fällt nach Stand der Dinge flach. Vorsichts- und Pflichtmaßnahmen wie das persönliche Registrieren am Eingang, bereitgestellte Desinfektionsmittel und das allgemeine Gebot, Abstand zu halten, bleiben allerdings - analog 2020 - bestehen.

Gregor Küstermann („Wir haben mit unserem Team Zuverlässigkeit bewiesen“) sieht die gelockerten Auflagen durchaus als Lohn für das im Vorjahr Geleistete sowie dem Umstand geschuldet, dass sich das Turnier nahezu vollständig an der frischen Luft abspielt. Lediglich in der Reithalle und in den Zelten herrscht an den vier Turniertagen Maskenpflicht.

Mehr Freiheiten genießen die Organisatoren auch bezüglich Catering. Gab es im vergangenen Jahr zum Beispiel noch eine Einbahnstraßenregelung vor dem Pommes-Stand, fallen solche Vorgaben diesmal weg. Mit rund 50 Helferinnen und Helfern startet der RFV in das lokalsportliche Großereignis.

Das Programm verspricht Niveau. Im Springen und in der Dressur deuten S**-Prüfungen auf hohe Qualität, dazu gibt es württembergische Einzelmeisterschaften, die Pony Spring-Master Baden-Württemberg. Eine Regiotour mit überwiegend lokalen Startern steht für Lokalkolorit. Ein ganz großer Name fehlt diesmal auf der Meldeliste: Olympiasieger Michael Jung, immer mal wieder in Weilheim spontan dabei, startet zeitgleich bei einem internationalen Meeting in Hamburg.

Der Bereich auf und vor dem Weilheimer Reitgelände wird nach und nach mit Leben gefüllt. Die 52 Pferde-Einstellplätze sind laut Vereinsangaben längst ausgebucht, sieben Lastkraftwagen angemeldet, Dutzende Wohnwagen, ein Stallzelt bietet Pferden ein Schlafplätzchen.

Nur dezentes Rahmenprogramm

Freundinnen und Freunde ausgiebiger Partys müssen jedoch weiter in Erinnerungen schwelgen. „Klar spielen wir etwas dezente Musik, aber das Unterhaltungsprogramm bleibt generell sehr beschränkt, was auch Corona geschuldet ist“, sagt Küstermann. Das früher übliche Musik- und Unterhaltungsprogramm läuft somit auch 2021 auf Sparflamme.

Interessant dürfte sein, wie sich die allgemeine Stimmungslage unterm Egelsberg entwickelt. Neben Wetter und einigen Unwägbarkeiten vor dem 50. Weilheimer Reitturnier: Wetter, Zuschauerzuspruch, „Sonst ist jeder bei Turnieren im Stress, teils voller Adrenalin, dieses Jahr sind alle superfreundlich und dankbar, dass sie wieder starten dürfen“, zeigte sich die RFV-Vorsitzende Heike Glück im vergangenen Jahr angetan von der Gelassenheit der Teilnehmer und Besucher im ersten Coronajahr - niemand hätte vermutlich etwas dagegen, wenn das bei der 51. Auflage so bliebe.

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