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Die Wunder vom Milcherberg

Zum Artikel „ Eine halbe Million für 16 neue Bäume“ vom 25. Juli und dem Leserbrief „Durchfahrt auf dem Milcherberg“ vom 29. Juli

Veritable Wunder geschehen demnächst am bislang eher beschaulichen Kirchheimer Milcherberg: Die Stadt entfernt den Grünstreifen entlang der Straße, und es entsteht, so Oberbürgermeister Bader, „mehr Grün“! Auf der verbreiterten Durchfahrt können dann die Autos besser, also doch wohl vor allem schneller, „aneinander vorbeifahren“, und es ergibt sich, so der gleichfalls wundergläubige Kirchheimer Stadtplaner, „eine höhere Sicherheit für Radfahrer“! Und wundern werden sich vermutlich auch jene Anwohner, die bei der Stadt lediglich nachgefragt haben, wann denn endlich Ersatz für die vor geraumer Zeit gefällten Bäume gepflanzt wird, und nun eine ausgebaute Durchgangsstraße mit mehr Verkehr und weniger Parkplätzen präsentiert bekommen.

Im Ernst: Es ist schon ein starkes Stück, wenn die Stadt Kirchheim aus der Nachfrage von Bürgern, wann die längst gefällten durch neue Bäume ersetzt werden, eine „Akzeptanz der Anwohner“ für einen Straßenausbau ableitet, von dem bislang nie die Rede war. Ja, es stimmt: Autofahrer müssen am Milcherberg derzeit mitunter anhalten, um den Gegenverkehr an den geparkten Autos vorbeizulassen. Aber dies geschieht in aller Regel - wir wohnen seit 25 Jahren auf dem Milcherberg - rücksichts- und verständnisvoll, sodass die Verkehrssituation durchaus als entspannt und unaufgeregt bezeichnet werden kann. Damit das auch künftig so bleibt: Bitte keine „halbe Million“ für eine von niemandem gewollte „Hauptverkehrsachse“, wie Gerhard Schwarz in seinem Leserbrief treffend schreibt, sondern einfach kostengünstig ein paar Bäume in den vorhandenen Grünstreifen gepflanzt - und alle sind‘s zufrieden!

Christel Wiedemann und Christoph Räbel, Kirchheim

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