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Digitale Messe mehr als ein Notnagel

Wirtschaft Zwei Wochen lang hat die virtuelle Messe „Treffpunkt-Karriere.de“ Unternehmen und Fachkräfte zusammengebracht. Die Macher sind von dem Format überzeugt und planen eine Fortsetzung. Von Antje Dörr

Durch virtuelle Messehallen schlendern, bei den „Karrierehelden“ Bewerbungstrainings im Workshop-Raum absolvieren und sich an den Ständen von Unternehmen Dokumente herunterladen oder Videos ansehen - von solchen Angeboten haben viele Bewerber aus der Region während der Premiere der digitalen Fachkräftemesse „Treffpunkt-Karriere.de“ Gebrauch gemacht. 20 000 so genannte Impressionen, also Klicks auf die verschiedenen Angebote, haben die Macher vom 14. bis zum 27. Juni verzeichnet. 53 Aussteller, die mehrheitlich aus dem Bereich Handwerk und technische Berufe kamen, aber auch aus den Bereichen Soziales, Verwaltung, Gesundheit und IT, haben sich den Fachkräften präsentiert.

„Die Messe war ein Erfolg“, sagt Nico Bosch von der Stuttgarter Zeitung, der die „Treffpunkt-Karriere.de“ maßgeblich auf die Beine gestellt hat. Dass sich die 15 Verlage der Stuttgarter Anzeigengemeinschaft zusammengeschlossen hätten, um sich dem Thema Fachkräftemangel anzunehmen, sei einzigartig. Von dem Format ist Bosch überzeugt - Corona hin oder her. „Online-Messen sind innovativ und zeitgemäß. Man kann von überallher zugreifen, wann immer man will“. Auf einer virtuellen Messe sei immer etwas los - Tag und Nacht.

Bei aller Freude über die gelungene Premiere sehnten sich die Aussteller dennoch „zurück in die Präsenz“ und hofften, dass bald wieder große Messen möglich sind. „Das Netzwerken unter den Ausstellern, echte Begegnungen mit Bewerbern am Stand, das ist einfach unersetzlich“, sagt Nico Bosch. Online seien die Kontakte oberflächlicher. „Man beschäftigt sich nicht so intensiv mit den Angeboten, klickt auch mal schnell wieder weg.“ Dank der niedrigen Infektionszahlen seien Messen aktuell wieder möglich, je nach Inzidenz mit gestaffelter Teilnehmerzahl. Die Messe „Karriere“ in Esslingen hat als Hybrid stattgefunden, mit einer Mischung aus virtuellen Angeboten und einem Präsenztag. Im September, so Bosch, veranstalteten Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten eine Ausbildungsmesse in den Wagenhallen in Stuttgart. „Wir sind jetzt schon ausgebucht, die Ausbilder wollen sich präsentieren“, sagt Bosch. Wie sich das Infektionsgeschehen im September präsentiert, weiß freilich niemand, und auch nicht, welche politische Maßnahmen folgen. Vielleicht sind digitale Messen im Herbst wieder die einzige Option. „Wir sind in jedem Fall schon in Abstimmung für die nächste virtuelle Messe“, verspricht Bosch.

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