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Doppelmoral beim Schwänzen

Zum Artikel „Nachsitzen für ein Klimaprojekt“ vom 29. März

Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass wieder einmal mehr das „Schwänzen“ thematisiert wird - und weniger das Versagen der Politik in Sachen Klima- und Umweltschutz. Wurden ausgefallenen Schulstunden nachgeholt, weil es beispielsweise an Lehrpersonal fehlte? Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass es so nicht weitergehen kann und darf! Seitens der Politik gibt es genug Bekenntnisse mit imponierenden Zielsetzungen! Es fehlt an beherzter Umsetzung! Was nützen Zielsetzungen, wenn diese wiederholt leichtfertig als nicht einhaltbar verworfen werden?

Bis zu 80 Prozent - so belegen es Studien - soll der Insektenbestand in den vergangenen 30 Jahren zurückgegangen sein! Reicht das nicht? Davon betroffen ist auch unmittelbar der Mensch! Es gilt Alarmstufe „Rot“ - und es besteht dringender Handlungsbedarf! „Fridays for Future“ ist zu einer weltweiten Protestwelle geworden - das ist gut so - aber auch beklemmend, dass es so weit kommen musste! Wenn es nun zu Aktionen kommt, die vom „Lehrkörper“ unterstützt werden, ist das sehr zu begrüßen: Sicher sind dann auch Schülerinnen und Schüler dabei, die die eigenen „Sünden“ erkennen, sich um deren Beseitigung bemühen, diese zukünftig vermeiden - und obendrein vielleicht noch zu Vorbildern werden können: gegenüber so manch erwachsenen Bürgerinnen und Bürgern.

Der Begriff von der „Wegwerfgesellschaft“ ist ja nicht neu. Erfreulich, dass dies in diesem Beitrag auch angesprochen wird! Die Herstellung und Nutzung beispielsweise von Smartphones belasten die Umwelt: Für Rechner, die die ständig steigenden Datenmengen verarbeiten müssen, sind riesige Fabrikhallen erforderlich. Die Rechner müssen gekühlt werden. Erfreulich: Zumindest ein Teil kann für die Versorgung mit Fernwärme genutzt werden.

Herbert Woyna, Bissingen

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