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Echte Steingärten sind artenreich

Zum Artikel „Steinreich ist nicht naturfreundlich“ vom 26. August

Wenn schon der Begriff „Grünfläche“ (Landesbauordnung) nicht klar definiert ist, so entschuldigt das keine weiteren Unklarheiten: Den Begriff „Steingarten“ sollte man nicht für die Modeerscheinungen der pseudo-sterilen Kies- beziehungsweise Schotter-Vorgärten verwenden und dadurch die ökologisch wertvollen Steingärten abwerten! Diese kann man in Botanischen und manchen privaten Gärten bewundern. Dort werden sie teils als sogenannte „Alpinum“ mit viel Liebe und Aufwand gepflegt.

Wie beschrieben entwickeln sich die Kies- beziehungsweise Schotter-Gärten durch Eintrag von organischem Material und Samenanflug in absehbarer Zeit zu arbeitsintensiven Ruderal-Flächen, das heißt zu schwer pflegbaren Unkrautflächen. Die eventuell beabsichtigte „Pflegeleichtigkeit mit Vlies & Kies“ wird dann zu „Fleiß und Schweiß“.

Auch diese Zeiterscheinung wird vorübergehen; leider oftmals erst, nachdem die „Kunden“ die Probleme eines Schottergartens am eigenen Leibe erfahren haben. Bis dahin tut eine solche Fläche der Umwelt und den Augen weh. In Weilheim ist die erste Schotterfläche wegen starker Verunkrautung schon wieder rückgebaut worden!

Wenn schon Verbote für Neuanlagen herhalten sollen, dann bitte nicht für „Steingärten“, sondern für versiegelte „Gärten des Grauens“ aus Vlies samt Schotter. Ein wirklicher Steingarten macht jedem Gartenfreund Freude, aber auch viel Arbeit. Insekten, Kleintiere und Passanten werden jedoch Genuss und Augenweide an einem Steingarten haben!

Dr. Peter Leusing, Weilheim

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