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Eigene Expertise ernst nehmen

Zum Artikel „Ohne Plan in die Pandemie“ vom 11. August

Rico Hann, Leiter der Asklepia-Pflegeheime Notzingen und Kirchheim, hätte sich mehr klare Anweisungen zu Beginn der Pandemie gewünscht. Auch einen klaren Plan seitens der Regierung hat er vermisst. Diesen hätte es aber bereits seit 2013 geben müssen, wenn die Bundesregierung ihre eigene Expertise („Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012“) ernst genommen hätte.

Grund war vielleicht, dass die Bundesregierung mehr mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschäftigt war, welches jetzt dem Bankkaufmann beziehungsweise Gesundheitsminister Spahn eine grundgesetzwidrige Machtfülle beschert. Diese Macht nutzt er unter anderem, um gegen seine eigene Überzeugung - geäußert am 14. Juni in der ARD - die Zahl der Tests nach oben zu fahren. Dieses Mehr an Tests, das hat er selbst im Juni gut erklärt, führt zur Zunahme von falsch positiv Getesteten. Von den Tests sind leider auch Herr Hann, Verdi und viele andere überzeugt, obwohl dieser Test laut Fachleuten wie Professorin Dr. Ulrike Kämmerer von der Uni Würzburg lediglich Fragmente eines Moleküls ermittelt, aber mitnichten eine Infektion beziehungsweise schon gar keine Erkrankung.

Wer als einzige Antwort auf das mögliche Vorkommen eines von Millionen Viren, sagt: „Alle wegsperren!“, der sollte über menschlichere Alternativen nachdenken beziehungsweise darüber, warum man das eigene Handeln für alternativlos hält.

Stefan Kromer, Kirchheim

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