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Ein Armutszeugnis

Zum Artikel „„Schweinereien“ werden nicht geduldet“ vom 4. August:

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Die Einleitung des Artikels lässt uns gehörig stutzen. Wohnmobile „zuckeln“ zu langsam vor einem her und nehmen den Pkws Parkraum weg. Wir kennen das anders. Es ist eher so, dass ausgewiesene Womo-Stellplätze von ignoranten Pkw-Fahrern zugeparkt werden. Aus den Augen eines stressgetriebenen SUV-Fahrers, der seine Familie in den Vier-Sterne-Klotzbunker katapultieren will, mag es wie zuckeln wirken, wir fühlen uns in den fließenden Verkehr integriert. Das zu der tendenziösen Einleitung.

Noch überraschender ist die Tatsache, dass ein Womo-Stellplatz mit Entsorgungsstation nur für Auswärtige gedacht sein soll. Wo steht das? Die Stadt hat mit der Wahl des Standortes kein glückliches Händchen gehabt. Dass es dort, mitten im Wohngebiet, zu Beschwerden kommen würde, war wohl absehbar. Wir haben viele Stadt-Plätze besucht, aber nirgendwo war eine Entsorgungsstation mitten im Wohngebiet errichtet worden. Dass man den Nutzern der Anlage Vorwürfe macht, erschließt sich uns nicht. Beschimpfungen sind an die Verantwortlichen zu richten. Eine Entsorgungsstation ist zur Entsorgung von Grau- und Schwarzwasser, was da­ran soll strafbar sein?

Die Anlage ist nun geschlossen. Bravo! Ein Dank an die Höchststrafen auslobende Oberbürgermeisterin für die Empfehlung, zum Gruppenklärwerk Wendlingen zu fahren. Wir haben ihren Rat befolgt. Der erste Versuch endete am geschlossen Tor, keine Öffnungszeiten, die Gegensprechanlage ist nicht besetzt. Der zweite Versuch war erfolgreich. Ein freundlicher Mitarbeiter fragte, wie wir denn unser Schwarzwasser entsorgen wollen, da der dafür vorgesehene Gitterrost mit einem Container zugeparkt war. Nach einigem Hin und Her sollten wir den Gully daneben nehmen. Auf meine Frage, was an diesem Gully anders wäre als an jedem anderen Gully der Stadt, sagte er, dass es keinen Unterschied mache, da eh alles zusammenläuft.

Alles in allem ist das ein Armutszeugnis für eine Stadt wie Kirchheim, die von Campern stark profitiert.

Annette und Henning Sparrer, Kirchheim