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Ein Juwel des Jugendstils in Plochingen

Verschönerung Der Bahnhof in Plochingen wird derzeit umfassend saniert. Die Barrierefreiheit ist aber erst noch herzustellen.

Plochingen. Der Bahnhof Plochingen gehört zu den 170 Bahnhöfen in ganz Deutschland, die seit dem vergangenen Jahr mit Fördergeldern des Bundes verschönert werden. Das Verkehrsministerium hatte für das Empfangsgebäude in Plochingen, das der Architekt Theodor Fischer zwischen 1905 und 1907 im Jugendstil erbaut hatte, 935 000 Euro locker gemacht. Seit vergangenem Jahr wird es ordentlich herausgeputzt.

Gemeinsam mit Nikolaus Hebding, Leiter des Bahnhofsmanagements bei der DB Station & Service AG, und dem Plochinger Bürgermeister Frank Buß hat sich der Esslinger Bundestagsabgeordnete Markus Grübel (CDU) ein Bild von den Arbeiten am Bahnhof gemacht. Dort wurden vor allem Treppenaufgänge, Zugänge, Zäune und Dächer erneuert und Wände gestrichen. Auch die alte Bahnhofsuhr erstrahlt in neuem Glanz. „Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, ist der Bahnhof ein echtes Juwel und ein Aushängeschild in der Region“, freut sich Markus Grübel. Nach wie vor ungelöst sei allerdings das Problem der Barrierefreiheit: „Ich werde diesbezüglich auch weiterhin auf eine nachhaltige Lösung drängen. Die auf dem Bahnsteig aufgebrachten Blechrampen sind ja keine Dauerlösung, um die Höhendifferenz von Zug und Bahnsteig zu überwinden. Außerdem gibt es noch nicht genügend ordentliche Fahrradabstellplätze“, betonte Markus Grübel.

Auch der Stadt Plochingen liegt der Bahnhof am Herzen. Sie will ihn mit dem benachbarten Omnibusbahnhof zur Mobilitätsdrehscheibe umbauen und denkt deshalb daran, sich für die zweite Auflage des Bahnhofsmodernisierungsprogramms von Land und Bund zu bewerben.

Kommunales Geld für die Bahn

Dieses geht jedoch auch beim eigentlich bahneigenen Thema „Barrierefreiheit“ von einer finanziellen Beteiligung der Kommunen aus - was für eine Kleinstadt mit einem vor allem regional und überregional genutzten Bahnhof schwierig ist. So war der barrierefreie Ausbau des Plochinger Bahnhofs vor ein paar Jahren schon einmal an der Höhe des geforderten Eigenbeitrags gescheitert.

Jetzt also der zweite Anlauf? Wenn man schon in die Barrierefreiheit des Bahnhofs und damit in Aufgaben der Deutschen Bahn kommunales Geld stecken müsse, „dann geht das nur, wenn wir beim Ausbau des Bahnhofsumfelds mit sehr hohen Zuschüssen bedacht werden“, sagt Frank Buß. Der Eigenanteil für den barrierefreien Bahnhof stehe noch nicht fest. Buß geht jedoch von maximal 1,2 Millionen Euro aus - und er hofft, dass sich der Landkreis daran beteiligt. Bis Ende September muss Plochingen den Antrag auf Fördergelder stellen. Claudia Bitzer

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