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Ein Schutzstreifen für Radfahrer

Zur Berichterstattung über die Neugestaltung der Stuttgarter Straße und den Leserbriefen

In letzter Zeit wurden sehr viele negative Zuschriften zur Umgestaltung der Stuttgarter Straße in Ötlingen veröffentlicht. Ich finde jedoch gut daran, dass nun der Charakter einer reinen Durchgangsstraße etwas in den Hintergrund tritt und stattdessen der Eindruck entsteht, dass die Straße zum Teilort gehört und auch Radfahren dort normal ist. Ich fahre seit vielen Jahren mit dem Rad auf der Stuttgarter Straße Richtung Wendlingen, auch schon zu Zeiten, als dort noch Tempo 50 war und keine Parkplätze. Den Radweg entlang der Lauter benütze ich auch, je nach Ziel in Wendlingen und Wetter. Auf dem seither freigegebenen Gehweg entlang der Straße wäre ich eine Plage für die Fußgänger, würde nicht vorankommen und da, wo die Seitenstraßen queren, fährt die Angst immer mit. Im Prinzip ist durch den entstandenen Schutzstreifen meine ohnehin so verlaufende Fahrspur nur durch zwei gestrichelte Linien umrahmt worden.

Anders ist allenfalls, dass man nun auch um leere Parkplätze herumfährt. Der sich regelmäßig verschwenkende Schutzstreifen ist doch den parkenden Kfz geschuldet und nicht den Radfahrern. Da muss es nachfolgenden Autos doch möglich sein, zugunsten der eigenen parkenden Art, den Überholwunsch zunächst zurückzustellen. 30 Kilometer pro Stunde zeigte mein GPS-Tacho neulich stadtauswärts an. Dabei bin ich von mindestens zwei Kfz mit gefühlten 43 Stundenkilometern überholt worden. Offensichtlich gibt es also die Straße immer noch her, zu schnell zu fahren. Das Problem ist eben, dass es oft nicht akzeptiert wird, dass der Kraftverkehr nicht mehr die Mobilitätsart ist, der sich alle anderen Formen von Mobilität und das Leben in der Stadt unterzuordnen haben.

Norbert Aldinger, Kirchheim

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