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Ein Stück Berlinale in Schwaben

Kultur Film Club Teck holt in Schwäbisch Gmünd zahlreiche Preise und bringt mehrere Filme zum Landeswettbewerb.

Dettingen. Volles Haus, gut gelaunte Gastgeber, ausgesperrter Sonnenschein und im abgedunkelten Vorführsaal strahlende Gesichter beim Film Club Teck: Wettbewerb war angesagt. Die Region Mitte im Landesverband der Film-Autoren war dieses Mal zu Gast beim Club Gamundia in Schwäbisch Gmünd. Insgesamt vierzehn Filme waren am Start, und die meisten davon stammten aus der Produktion von FCT-Autoren. Für ihren Einsatz belohnt wurden seine Mitglieder mit hohen Wertungen. Nahezu alle Filme schafften den Sprung auf die Landesebene in Waiblingen.

Dazu gehört der erste Wettbewerbsbeitrag von Neumitglied Dr. Helmut Leier aus Gruibingen. „Gorée“ ist ein dokumentarischer Film über die senegalesische Insel mit dunkler Vergangenheit. Eindrucksvoll wird dabei die bunte Seite der Gegenwart dem bedrückenden Kapitel des Sklavenhandels gegenüber gestellt. „Unaufgeregt und gerade deshalb so berührend“, urteilte die Jury, zu der auch FCT-Mitglied Lothar Bogsch gehörte. Die Preisrichter belohnten die Leistung mit einem ersten Preis.

Mit „Unsere Lindenstraße“ zeigt Karl-Heinz Kosmalla auf, wie die mächtigen Linden entlang der Hauptstraße von Hochwang den Anliegern Freud und Leid bescheren. Von der Jury gab es dafür einen zweiten Platz und die Weitermeldung für die Landesausscheidung. Ebenfalls einen zweiten Rang erhielt der „Vergnügungsdampfer“, mit dem FCT-Autor und Regionalleiter Werner Rothenöder unterwegs war - nicht allein, sondern mit insgesamt sechstausend Passagieren. Trotz manchem Kopfschütteln in der Jury wurde der Film für den Landeswettbewerb nominiert.

Bemühungen einer Schnecke

So auch der ebenso mit einem zweiten Preis ausgezeichnete „Der Spalt“. FCT-Autor Dr. Hans-Wolfgang Wetzel aus Nürtingen verbindet den Weg einer Schnecke mit philosophischer Betrachtung, in diesem Fall mit Aristoteles’ Einheit von Zeit, Ort und Handlung. Dazu noch Musik von John Cage - auf dieser Basis gedeiht die Zuschauerspannung, ob und wie wohl die Schnecke den Spalt auf der Holzfläche überwindet.

Dass auch mit Fotos ein Film gestaltet werden kann, beweist Gerd Ruckdäschel aus Bissingen mit „Verwunschener Bergsee“. Dazu ist das frisch gebackene FCT-Mitglied in einem der Seen am Fernpass abgetaucht, um faszinierende Bilder unter Wasser einzufangen. Ein dritter Rang auch für den Einminüter von Rolf Horst aus Kirchheim mit dem Titel und Inhalt „Beharrlichkeit führt zum Ziel“. Als Kamerafilm in einer durchgängigen Einstellung werden Bemühung und Erfolg eines Mädchens mit Tretroller gezeigt: Ein Schmunzelfilm, der dem Publikum Freude machte.

Gute Stimmung herrschte am Ende der Veranstaltung angesichts der guten Ausbeute bei den Preisen auch beim Film Club Teck und ganz besonders bei dessen Clubleiter Helmut Kohlhammer. Dieser ließ sich zu einem Vergleich mit der zeitgleich verlaufenen Berlinale hinreißen und freute sich über ein „Superergebnis“ in Schwäbisch Gmünd. Barbara Ibsch

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