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Ein Trojanisches Pferd - die CDU?

Zum Leserbrief „Trojanisches Pferd“ vom 5. Dezember

Herr Dr. Thilo Rose meint, politisch Andersdenkende (zum Beispiel Grüne) verunglimpfen und den Staat vor angeblich „linksextremistischen subversiven“ Gruppierungen warnen und in Schutz nehmen zu müssen. Dieser Griff in die bald 75-jährige Mottenkiste des Kalten Krieges ist nicht nur unzeitgemäß und lächerlich, sondern schon tragikomisch.

Wer bedroht unseren Staat denn wirklich? Sind es etwa Menschen, die aus humanitären Gründen dem Sterben im Mittelmeer nicht mehr tatenlos zusehen wollen? Sind es etwa Menschen, die die Klimazerstörung durch profitgierige Energiekonzerne nicht mehr tolerieren wollen?

Wird unser Staat nicht vielmehr bedroht durch eine Partei, die mit der AfD trotz des „Unvereinbarkeits“-Beschlusses liebäugelt (in Thüringen), um an der Macht bleiben zu können - und damit eine schleichende Zerstörung der Demokratie durch Rechtsradikale in Kauf nimmt?

Wird unser Staat nicht vielmehr bedroht durch eine Partei, die trotz anders lautender Vorgaben die Zulassung des Pestizids Glyphosat verlängern ließ, um die Chemieindustrie zu schonen - und damit das beschleunigte Artensterben duldet?

Wird unser Staat nicht vielmehr bedroht durch eine Partei, die trotz gegenteiliger Beteuerungen jetzt die Schließung von Steueroasen verhindert hat, um Konzerne zu schonen - und damit zu Steuerungerechtigkeit und sozialer Spaltung beiträgt?

Diese Partei ist die CDU. Ist sie vielleicht selbst das Trojanische Pferd?

Martin Brost, Dettingen

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