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Eine besondere Kennzeichnung

am. Hat ein Fahrzeug seinen 30. Geburtstag gefeiert und ein Gutachter bestätigt, dass alle Kriterien eines Oldtimers erfüllt sind, kann der Halter bei der Zulassungsstelle das sogenannte H-Kennzeichen beantragen. Das „H“ steht in diesem Fall natürlich für „historisch“ und weist das Fahrzeug als Oldtimer aus. Für ein Fahrzeug mit diesem Kennzeichen gelten besondere Regelungen. Zum Beispiel sind alle Benziner, deren Erstzulassung vor dem 1. Juli 1969 war, von der Abgasuntersuchung befreit. Gleiches gilt für Dieselfahrzeuge, die vor dem 1. Januar 1977 zum ersten Mal zugelassen wurden. Trotzdem darf man mit diesen Fahrzeugen auch in Umweltzonen fahren. Weiterhin gibt es für Oldtimer eine pauschale Kfz-Steuer, die nicht an Hubraum oder das Vorhandensein eines Katalysators gekoppelt ist. Viele Versicherer bieten spezielle Oldtimer-Tarife an. Neben dem H-Kennzeichen gibt es auch noch das rote „Sammler-07-Wechselkennzeichen“. Bis Februar 2007 wurde dieses für Fahrzeuge genehmigt, die mindesten 20 Jahre alt waren. Seit März 2007 gibt es das 07-Kennzeichen nur noch für Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt - also Oldtimer -sind. Ein wesentlicher Unterschied zum normalen H-Kennzeichen besteht darin, dass auf einem Sammler-Kennzeichen mehrere Fahrzeuge eingetragen werden können. Allerdings darf das Fahrzeug dann mit solch einem Kennzeichen nicht für den normalen Alltagsgebrauch bestimmt sein. Man darf mit ihm nur an Oldtimer-Veranstaltungen teilnehmen, zu diesen hin- und wieder wegfahren. Weiter sind Probe- und Übungsfahrten sowie Fahrten zur Werkstatt erlaubt.

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Garagengold?

Wie beim H-Kennzeichen darf man auch mit dem Sammler-Kennzeichen in Umweltzonen fahren und zahlt eine pauschale Kfz-Steuer. Um dieses Kennzeichen zu erhalten, müssen zusätzlich zum Erreichen des Oldtimer-Status unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt werden. Zum Beispiel muss der Halter in manchen Landkreisen ein polizeiliches Führungszeugnis vorzeigen. Manche Zulassungsstellen machen es zudem zur Voraussetzung für ein Sammler-Kennzeichen, dass auf diesem mindestens zwei Fahrzeuge angemeldet werden.

Aktuell wächst wieder das Interesse an Old- und Youngtimern. Experten warnen davor, dass gerade im Geschäft mit den Autos von gestern viele Betrüger unterwegs sind. „Doch mit einigen Vorsichtsmaßnahmen kann man schon im Vorfeld die Spreu vom Weizen trennen“, so Matthias Gerst von TÜV Süd Classic. Die Alarmglocken sollten schrillen, wenn in Online-Autobörsen oder Tageszeitungen ein Oldtimer ungewöhnlich günstig angeboten wird. Manchmal wirkt die inserierte E-Mail-Adresse zwar seriös, die Telefonnummer führt aber ins Ausland. Der Oldtimer-Spezialist empfiehlt, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen in eine Suchmaschine einzugeben: „Möglichweise finden sich schon auf diesem Weg Indizien zur Identität des Verkäufers oder Verdachtsmomente.“ Befindet sich das Fahrzeug im Ausland, offeriert der Verkäufer häufig Papiere, Bilder sowie Unterlagen und drängt auf einen raschen Geschäftsabschluss. Hier sollten ebenfalls alle Warnlampen angehen: „Das Auto gibt es oftmals sogar, nur der vermeintlich günstige Oldtimer gehört nicht dem Verkäufer, auch wenn die Papiere dies vorgeben.“ Je weniger Unterlagen der vermeintliche Verkäufer vorweisen kann, umso misstrauischer sollte man sein. Serviceheft, TÜV-Berichte und Rechnungen geben die Gelegenheit, sich bei Vertragshändlern, Herstellern oder Sachverständigenorganisationen zu erkundigen.

Lückenlose Dokumentation

Hinsichtlich der Laufleistung ist eine möglichst lückenlose Dokumentation wichtig. „Mit der entsprechenden Produktkenntnis kann man feststellen, ob beispielsweise das Getriebe zu dem angebotenen Auto passt oder vielleicht ein anderes Modell der Baureihe gewinnversprechend aufgehübscht wurde.“ So etwas kommt vor, wenn mit dem prominenten Vorbesitzer oder der besonderen Fahrzeughistorie Geld gemacht werden soll. „Es sind durchaus schon brave Allerweltsautos als Rennraritäten aufgemotzt worden - mit entsprechenden Preisen.“ Der wichtigste Rat des Experten lautet: Niemals ein Auto nur aufgrund von Bilden und Beschreibungen kaufen! Am besten sollte man das angebliche Schnäppchen an Ort und Stelle unter die Lupe nehmen und die Expertise eines Gutachters einholen, selbst im Ausland. Von Anzahlungen, Bargeldtransfers und Transporten mit unbekannten Speditionen im Ausland rät Gerst kategorisch ab. cw