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„Ella“: Bankrotterklärung

Zum Artikel „Absage an U-Ausschuss“ vom 7. Januar

„Ella“ sollte eine digitale Bildungsplattform für Schüler, Eltern und Lehrer in Baden-Württemberg werden. Über die „Elektronische Lehr- und Lernassistenz“ (Ella) sollten unter anderem Lehrkräfte miteinander kommunizieren können, um zum Beispiel Unterricht vor- oder nachzubereiten. Dokumente, Bilder und Videos sollten über eine Cloud heruntergeladen, bearbeitet und geteilt werden können.

Im Februar 2018 wurde der geplante Start des Projekts wegen technischer Probleme verschoben. Im September 2018 stellte die Landesregierung das Scheitern von „Ella“ fest. Das Projekt müsse neu ausgeschrieben werden, verkündete Kultusministerin Eisenmann. An den „externen Dienstleister“, von dem sich das Land getrennt hat, sind mindestens 6,5 Millionen Euro geflossen. FDP und SPD hatten einen Untersuchungsausschuss erwogen. Jetzt hat Andreas Stoch, der Chef der SPD-Landtagsfraktionschef mitgeteilt: die Aufklärung im Bildungsausschuss sei sehr weit vorangekommen. Ein Untersuchungsausschuss sei deshalb nicht mehr nötig.

Wir als Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schließen uns der Bewertung von Stefan Fulst-Blei an. Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion kennzeichnete das Scheitern als „Bankrotterklärung“. Versprochen war im Rahmen von „Ella“ auch die Einführung dienstlicher E-Mail-Adressen. Das Kultusministerium muss nun wenigstens die Zeit nutzen und Lehrkräften - vor allem in Zeiten der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) - endlich eine datenschutzkonforme Möglichkeit der Kommunikation schaffen.

Birgit Springall, Vorsitzende GEW Kirchheim

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