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Entennachwuchs trübt Badefreuden

Naherholungsgebiet Besser nicht tauchen und kein Wasser schlucken: Wer sich am Aileswasensee aufhält, sollte die Hygieneregeln beachten. Grund ist die hohe Bakterienlast im Wasser. Von Corinna Meinke

Ente
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Vom Baden wird momentan abgeraten“, heißt es auf der Internetseite der Gemeinde Neckartailfingen mit Blick auf den beliebten Aileswasensee. Grund sei eine „ungewöhnlich hohe Konzentration von Fäkalbakterien“. Es sei mit einem deutlich erhöhten Risiko für Magen-Darm-Infekte zu rechnen. Als Ursache für die Verunreinigung kommen offenbar die Ausscheidungen einer ­Entenfamilie infrage.

„Diese Entenfamilie trägt in hohem Maß wohl dazu bei“, sagte der Bürgermeister Gerhard Gertitschke. Mit acht Küken, die gesichtet wurden, gebe es in diesem Sommer besonders viel tierischen Nachwuchs auf dem See. Ob auch die starken Regenfälle der zurückliegenden Wochen einen Einfluss auf die Bakterienlast haben, müsse die nächste Wasserprobe zeigen.

Alle zwei Wochen wird aus dem See eine Probe entnommen. Die Ergebnisse des Tests, der zu Beginn dieser Woche gemacht wurde, erwartet der Verwaltungschef am Mittwoch. Bis dahin gelten die bereits veröffentlichten Empfehlungen weiter. So herrscht am Aileswasensee momentan zwar kein Badeverbot, aber es wird vom Baden abgeraten. Die Behörden empfehlen Menschen, die trotzdem baden gehen, kein Wasser zu schlucken und nicht zu tauchen.

Diese vorsorglichen Warnhinweise haben dem Zulauf zum See am vergangenen schönen Sonntag aber keinen Abbruch getan, berichtet der Bürgermeister: „Um 15 Uhr war die 1000er-Grenze erreicht“, sagte Gertitschke auf Anfrage. „Mehr lassen wir nicht an den See.“ Der Einlass zum Naherholungsgebiet Aileswasensee wird ähnlich wie im vergangenen Jahr von Security-Mitarbeitern kontrolliert. Dabei erhalten die Besucherinnen und Besucher ein Einlassbändchen. Die Festlegung auf maximal 1000 Menschen ist laut der Kommune notwendig, um die Einhaltung der Corona-­Regeln kontrollieren zu können. Vor dieser Regelung war der See zeitweise überlaufen, und die angrenzenden Straßen und Wiesen waren zugeparkt.

Normalerweise erhält der ehemalige Baggersee bei der Begutachtung der Wasserqualität regelmäßig gute Noten. Eine „ausgezeichnete Badewasserqualität“ wurde dem Aileswasensee vom Gesundheitsamt im Kreis noch vor der Messung Anfang Juli bescheinigt. Grundlage waren die Untersuchungsbefunde von 2017 bis 2020.

Die derzeitigen Einschränkungen fußen auf der jüngsten Einzelprobenentnahme am 5. Juli. Dabei wurde eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Fäkalbakterien gemessen. Es wurden „mehr als 250 Enterokokken und/oder mehr als 1000 sogenannter E. coli“, das sind Escheria-coli-Bakterien, pro 100 Milliliter Wasser festgestellt.

Diese Bakterien gehören zum normalen Bestandteil der Darmflora. Erst ab einer deutlich höheren Konzentration der Escheria-coli-Bakterien gilt ein Badegewässer als zum Baden ungeeignet und kann vom Gesundheitsamt mit einem vorübergehenden Badeverbot belegt werden, heißt es auf der Internetseite der Landesanstalt für Umwelt Baden-Würt­temberg. Bei den Enterokokken würde ein Einzelwert von mehr als 700 ein Badeverbot auslösen. Enterokokken gehören zu den Milchsäurebakterien.

Bei schönem Wetter ist am Baggersee einiges los. Foto: 7aktuell.de/Daniel Jüptner
Bei schönem Wetter ist am Baggersee einiges los. Foto: 7aktuell.de/Daniel Jüptner
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