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Entscheidung über Konzept vertagt

Infrastruktur Ohmdens Gemeinderat war bei der Vorstellung der Pläne für die Sanierung der Ortsmitte nicht beschlussfähig.

Ohmden. Die wichtige Nachricht hat die Gemeinde Ohmden bereits im März bekommen: Die Förderzusage des Landes für die Sanierung der Ortsmitte ist ­bewilligt worden. Im Rahmen des „Förderprogramms Kommunaler Straßenbau“ bekommt Ohmden einen „Förderrahmen“ von 1 333 333 Euro zugesagt, von dem das Land 60 Prozent übernimmt. Die Notwendigkeit liegt auch im Alter der Häuser begründet: 42 Prozent der Gebäude stammen aus dem 18. Jahrhundert oder sind noch älter.

Momentan befindet man sich aber noch in der Vorbereitungsphase, dazu gehört auch eine Untersuchung der sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse im Bereich der Haupt-, Zelle- und Holzmadener Straße. Elisa Daube von der beauftragten Stadtentwicklungsgesellschaft Steg hat jetzt im Gemeinderat die Ergebnisse einer Umfrage unter den betroffenen Anwohnern vorgestellt. Zuvor hatte man die Eigentümer von 95 Gebäuden im Ortskern angeschrieben, geantwortet haben schließlich 53. Von denen sind 24 Prozent bereit, ihre Gebäude zu erneuern, fünf Prozent würden ihr Gebäude abreißen und das Grundstück neu bebauen, 26 Prozent wünschen keine Veränderung. Abgefragt wurde auch, wie sie generell die „Aufenthaltsqualität“ im Ort bewerten. Das Ergebnis lautet lediglich „befriedigend“. Negativ wurden unter anderem Park- und Einkaufsmöglichkeiten bewertet.

Anwohner sind bereit

Insgesamt beurteilten die Prüfer das Ergebnis der Umfrage aber als „positiv“, denn darüber, dass eine Sanierung notwendig ist, scheint auch bei den betroffenen Anwohnern überwiegend Konsens zu herrschen. Doch die können noch nicht anfangen zu sanieren: Die infrage kommenden Gebäude können erst dann bezuschusst werden, wenn der Gemeinderat die Sanierungssatzung rechtskräftig beschlossen hat und die Finanzmittel in Höhe von rund 1,34 Millionen Euro tatsächlich zur Verfügung stehen. Die Planer der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg haben den Rahmen allerdings weiter gesteckt, nämlich auf fast 2,5 Millionen Euro, inklusive Sanierung des Rathauses, was eine Deckungslücke von mehr als 1,14 Millionen Euro ergibt. Trotz Unterdeckung gilt die Faustregel, erst mal anzufangen. Die Planer wissen: „Bei erfolgreichem Verlauf der Sanierung ist eine Aufstockung der Finanzhilfen drin“, sagt Elisa Daube. Bis zum Sommer soll die konkrete Planung fertig sein.

Der Gemeinderat konnte jedoch kein grünes Licht für das Konzept und die Kostenplanung geben. Da zwei Mitglieder befangen waren und zwei fehlten, war er nicht beschlussfähig. Die Entscheidung wurde vertagt, die Anwohner müssen noch warten.Thomas Zapp

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