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Entscheidung überdenken

Zu den Artikeln „Kirchheim bewahrt die alte Fassade“ vom 27. November und „Wettbewerb um die Linde hat begonnen“ vom 31. Dezember

Mit der Entscheidung, das in die Jahre gekommene und marode Gebäude zum Schein zu erhalten (Fassade bewahren), ist wieder eine rückwärtsgewandte Entscheidung getroffen worden, wie auch schon durch die Ablehnung des Alleenrings als Einbahnlösung.

Jede Lösung bei Erhaltung der Fassade ist im Hinblick auf eine optimale Konzeption eingeschränkt und mit höheren Kosten verbunden. Dazu ist durch die Erhaltung der Fassade auf Dauer mit höheren Instandhaltungskosten zu rechnen. Das Argument, dass man sich an diesen Anblick gewöhnt habe und deshalb es so bleiben soll, ist Puppenstubenmentalität und zeigt erschreckend die Qualität zukunftsträchtiger Entscheidungen.

Ich kann an diesem „Einfachstfachwerkgebäude“, das auch seinen Charme mit der Stilllegung der Gastronomie verloren hat, keinen unbedingten Erhaltungswert erkennen. Da hat unsere Stadt weit bessere Objekte. Auch städtebaulich ist keine Prämisse für die Fachwerkfassade zu erkennen, nachdem direkt gegenüber der ehemalige Schweinemarkt mit zeitgemäßer Architektur bebaut wurde. Jetzt eine europaweite Ausschreibung, ausschließlich unter der Vorgabe dieser „Disney-Lösung“ zu veranlassen, ohne die Alternative für eine zeitgemäße, nutzungsgerechte Ausführung zuzulassen, ist meines Erachtens eine fatale Entscheidung, weil damit auch das angrenzende Straßenbild beeinflusst ist. Bei diesen Gebäuden handelt es sich jedoch um private Besitzer, die sich bei eventuellen Neubau-Vorhaben nicht an mittelalterliche Baustile halten werden. Deshalb sollte unbedingt diese Entscheidung nachmals überdacht werden.

Gert Geyer, Kirchheim

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