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Erdogan droht Frankreich

Zur Berichterstattung über die Terroranschläge

In Frankreich wurde der Lehrer Samuel Paty barbarisch von einem radikalen Muslim ermordet und enthauptet. Als barbarisch ist diese Tat wörtlich zu nehmen. Grund war, dass das Opfer mit seinen Schülern über die Mohammed-Karikaturen debattieren wollte. Aus allen Teilen der Welt folgte Entsetzen über diesen Mord. Einen Mord, der einen reinen radikalen muslimischen Hintergrund hat.

Was fehlte war, wie immer, eine Stellungnahme muslimischer Geistlicher und Politiker. Ganz im Gegenteil, es gibt Proteste gegen Frankreich. Allen voran der türkische Präsident Recep Erdogan. Er, und viele andere muslimische Länder bezeichnen den französischen Präsidenten als muslimfeindlich. „Die antimuslimische Agenda des französischen Präsidenten trägt Früchte!“, erklärte Erdogans Sprecher Fahrettin Altun. Dabei geht es Emmanuel Macron nicht darum, Muslime generell an den Pranger zu stellen, oder sie mit Terrorismus gleichzustellen. Es geht um die Verteidigung der Grundrechte unserer Demokratie, die Freiheit der freien Meinungsäußerung. Sind das die Früchte, von denen der türkische Sprecher spricht, die Einforderung von Grundrechten?

Dürften wir unsere Meinung nicht mehr äußern, käme dies dem Ende der Demokratie nahe. Dieses Recht würde uns durch radikale Muslime und deren Unterstützer genommen. Der Vorfall zeigt uns, dass ein radikaler Islam nicht mit den Grundrechten unserer Demokratie vereinbar ist. Er zeigt aber auch, dass die Radikalisierung tief in unserer Gesellschaft angekommen ist. Dass es immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die demokratische Gesetze verachten und nur die Inhalte des Korans und die Gesetze der Scharia akzeptieren. Für einen säkularen Staat, wie wir ihn gewohnt sind, ist hier kein Platz. Diese Strömungen sollten wir, wie auch bei allen radikalen und extremen Vorkommnissen, laut und deutlich aufzeigen und mit all unserer demokratischen Macht strafrechtlich bekämpfen.

Gert Carstens, Kirchheim

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