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Erklärung braucht Klärung

Zur Berichterstattung über die Kirchheimer Erklärung und den Leserbrief „Die Erklärung ist richtig und wichtig“ vom 9. Oktober

Ich habe am Unterschriftenstand der Kirchheimer Erklärung viele junge, ganz unterschiedliche Menschen angetroffen. Sie waren sehr offen für verschiedene Themen. Mich hat das beeindruckt.

Dennoch: Auch ich habe Probleme mit der Ditib. Herr Kambir, Sie hätten mit Ihrem Leserbrief uns Kritikern, diesen jungen Leuten und den Kirchheimern, eine entgegenkommende klärende Kurzbotschaft senden können. Das wäre ein Anfang für persönliche Gespräche gewesen. Aber Sie haben nur nicht gerechtfertigte Vorwürfe verbreitet. Sie haben bedauert, dass ich den Weg über die Öffentlichkeit gewählt habe. Aber Sie sind es doch, der sich mit seiner Petition, die ich inhaltlich voll unterstütze, an die Öffentlichkeit wendet: in der Fußgängerzone, im Teckboten und im Internet. Wo, wenn nicht in der Öffentlichkeit, sollte man dann zunächst um klärende Antworten für Kirchheim bitten?

Ich finde es schade, dass Sie mir unterstellen, ich hätte Sie persönlich wie auch Ihre Moschee bewertet. Wann und wo ist das geschehen? Ja, ich habe Ihre Einladung in die Moschee ausgeschlagen. Ich habe mir viel Mühe gemacht, Ihnen schriftlich darzulegen, warum: Ich werde generell keiner Einladung in ein Haus folgen, dessen übergeordnete religiöse Führung, homosexuelle Menschen ungerechtfertigterweise mit entwürdigendem Hass erniedrigen will - dieses haben Sie der Leserschaft vorenthalten. Wie soll ich an einem solchen Ort entspannt diskutieren? Sie haben zudem verschwiegen, dass ich Ihnen alternative Formen des Dialogs angeboten habe.

Würden Sie sich als unabhängiger Vorstand von den Hasstiraden Ihres „Weisungsbefugten“ distanzieren oder wenigstens bestätigen, dass sich die Erklärung auch gegen die rechtsextremen Grauen Wölfe richtet, stünde einem persönlichen Treff nichts im Wege: gerne unter vier Augen - an neutralem Ort.

Ulrich Haussmann, Kirchheim

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