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Es gab nur eine Anhörung

Zum Artikel „Pferde mögen keinen Krötenschutz“ vom 22. November

Der Nabu, und somit auch ich, hatte bei der Planung keine Beratungsfunktion. Vielmehr finden bei Baumaßnahmen im Außenbereich Anhörungen unter anderem von Naturschutzorganisationen statt. Diese Aufgabe hat auch die damalige Nabu-Gruppe Holzmaden/Ohmden wahrgenommen. Da uns bekannt war, dass fast auf der ganzen Strecke Amphibienwanderungen mit abschnittsweisen Schwerpunkten stattfinden, haben die Naturschutzverbände auf die Einhaltung der Forderungen laut „Merkblatt zum Amphibienschutz an Straßen (MAmS)“ hingewiesen.

Südwestlich der K 1203 befand sich am Waldrand ein Schieferbruch, der jahrelang nicht mehr in Betrieb war. Auf der Grubensohle hatte sich eine Wasserfläche gebildet, die dann von den Amphibien als Laichgewässer angenommen wurde. Schieferbrüche sind auch Biotope für erdbewohnende Wildbienen sowie für Eidechsen - nur in diesem Zusammenhang wurden beim Interview die Eidechsen erwähnt. Als der Schieferbruch vom Betreiber verfüllt war, hat in den Folgejahren auch in diesem Abschnitt vermehrt die Amphibienwanderung über die K 1203 in den Wald eingesetzt.

Amphibienwanderungen finden in den Abend- und Nachtstunden statt. Werden Tiere überfahren, werden die Überreste bereits am frühen Morgen zum Beispiel von Krähen als Nahrung aufgenommen. Deshalb können tagsüber keine überfahrenen Amphibien entdeckt werden.

Ernst Frank, Nabu-Initiativperson Holzmaden/Ohmden

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