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Ethische Vorgabe gilt für alle

Zum Leserbrief „Trump auch hier angekommen“ vom 18. November und zur medizinischen Versorgung von Coronaleugnern

Der Leserbrief von Dr. Endriß war längst überfällig. Vielen Dank hierfür. Man hatte ja wirklich schon den Eindruck, der unbändige Eifer unserer Coronaleugner, Leserbriefe zu schreiben, stellte die Mehrheitsverhältnisse von Deutschland auf den Kopf.

Eine kleine Kritik an besagtem Brief sei mir allerdings erlaubt. Dr. Endriß schlägt, menschlich verständlich und sicher nicht unlogisch, vor, Coronaleugner zu bitten, von einer Behandlung mit Notbetten und Beatmungsgeräten abzusehen. Die Vorstellung fällt in der Tat schwer, im Fall einer Kapazitätsüberschreitung, der Möglichkeiten unseres Gesundheitssystems einem Coronaleugner alle Formen intensiver Behandlungen zuzugestehen. Wobei dann im Fall einer Triage ein braver Maskenträger, aber altersgebrechlich und mit Vorerkrankungen behaftet, zurückzustehen hätte.

Trotzdem, obwohl persönlich betroffen, stehe ich zu der medizinisch ethischen Vorgabe, eben nicht Leichtsinn, politische Verwirrtheit oder das Unvermögen, einen Pandemie-Notstand aushalten zu können, als Kriterien für die Auswahl ausreichender Versorgung bei Verknappung medizinischer Ressourcen heranzuziehen, sondern vielmehr ausschließlich die Aussicht auf eine Genesung nach ärztlichem Ermessen. Es war Konsens in unserer aufgeklärten humanen bundesdeutschen Gesellschaft, sich selbstverletzende Betrunkene und verunfallte Kriminelle bestmögliche medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Warum n icht auch Coronaleugnern, selbst wenn sie zu möglichen katastrophalen Zuständen in den Krankenhäusern durch ihr Verhalten beitragen?

Günther Baltz, Kirchheim

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