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Fachwerk nicht immer sinnvoll

Zum Artikel „Bruckmühle bleibt vorerst ausgebeint“ vom 17. Mai

Kirchheim ist eine Fachwerkstadt, und sie wird es auch bleiben. Die Bemühungen, Fachwerkfassaden zu erhalten, sind notwendig, aber sie müssen auch Sinn machen und bezahlt werden können.

Sehr gut umgesetzt wurde dies in den letzten Jahren beim Spital, beim Alten Forstamt, und das Wachthaus wird folgen. Die Bruckmühle sollte 2009 abgebrochen werden. Eine Initiative hat dies verhindert und konnte den damaligen Gemeinderat vom Gegenteil überzeugen. Es gab einen sehr gelungenen Entwurf eines Naberner Architekten. Leider fand sich kein Investor für diesen Entwurf, was immer das Problem ist bei so kostspieligen Projekten. Somit wäre der Abbruch sinnvoll gewesen, das haben die vergangenen zehn Jahre gezeigt, und nun das eventuelle Versetzen der Fachwerkwand - ist das noch die Bruckmühle?

Der Käufer des Waldhorns hat es im guten Glauben gekauft, dieses mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand sanieren zu können, aber es ging nicht. Das Waldhorn ist ein Kompromiss, die Alternative wäre ein kompletter Neubau gewesen. Leider geht es bereits weiter mit dem Mehrgenerationenhaus Linde - dieses wird komplett abgerissen und soll nach der Erstellung des Neubaus eine vorgesetzte Fachwerkfassade erhalten. Selbst der Fachwerk-Gutachter, welcher die Linde untersucht hat, spricht von Disneyland. Fassadenabmessungen wegen des Fachwerks und notwendige Geschosshöhen für die neue Nutzung dahinter passen nicht mehr zusammen. Ganz zu schweigen von den extremen Mehrkosten und dem Unterhalt des Fachwerks. Erhaltung von Fachwerk - ja, aber sinnvoll. Das werden wir am Wachthaus sehen.

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