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Fäkalienstation Ziegelwasen

Zum Artikel „,Schweinereien‘ werden nicht geduldet“ vom 4. August

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Laut den erfahrenen Campern gäbe es so eine Station in ganz Deutschland nicht, dass in einem dicht besiedelten Wohngebiet, nur 20 Meter von den Häusern entfernt, Fäkalien entsorgt werden können. Samstag und Sonntag war die Fäkalienstation durch die hier Parkenden, Durchreisenden sowie Entsorger aus der Umgebung am meisten beansprucht. Wohnmobile standen Schlange, um ihre großen Tanks sowie Cassetten zu entleeren.

Nachspülen ist meist ein Fremdwort. Gestank drückte aus Gullys und Hausanschlüssen heraus. Aufenthalte auf dem Balkon oder sogar Lüften wurden zur Ekelresistenzprobe. Flucht war die einzige Alternative. Außerdem: Es wurde bisher immer von einem Umweltsünder gesprochen, der mit Fäkalien vermischtes Grauwasser falsch entsorgt habe. In Wirklichkeit waren es viele Personen.

Die Anwohner machten die Stadt auf die Misere aufmerksam, auch dass Kinder sich barfüßig rund um das Grauwassereinlassloch mit dem Wasserschlauch anspritzten, mit den Knöpfen der Säulen spielten und das schräge Einlassrohr mit Mund und Händen erkundeten. Im Einlassschacht - 50 mal 50 Zentimeter - befand sich noch eine Öffnung von 9 mal 13 Zentimetern, in das leicht ein Kinderfüßchen hineinrutschen konnte. Der Reitstall und das Freibad sind in der Nähe, das heißt, alle liefen genau über diese Bakterienzuchtstation. Auch durch Autoreifen verteilten sich die Fäkalien noch bis zu zehn Meter weit in beide Richtungen.

Es wurde versprochen, einen geeigneteren Standort für die Fäkalienstation in Kirchheim zu finden. Dies sollte schnell geschehen, da die Camper ihre Unzufriedenheit mit dem Wendlinger Klärwerk zum Ausdruck brachten. Danke an alle, die uns geholfen haben, diesen Albtraum zu beenden. Die Fäkalienstation wurde am 11. Juli von Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker unwiderruflich geschlossen.

Beate Vinent, Kirchheim