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Fallen und Fangen ist Vertrauenssache

Cheerleading Mit neuer Trainerin geht es hoch motiviert ins morgige Heimspiel.

Kirchheim. „Ready, one, two, down, up“ hallt es durch die Turnhalle der Freihofschule, und schon fliegen die Mädels in die Luft. Die Cheerleader der Kichheimer Zweitliga-Basketballer feilen an ihrem Auftritt, schließlich steht am Samstag das zweite Heimspiel der Knights auf dem Programm, und da wollen die jungen Frauen in der Turnhalle Stadtmitte wieder für gute Stimmung sorgen. „Wir sind hauptsächlich dazu da, um das Publikum anzufeuern“, erklärt Xenia Neumann. Die 34-jährige Wirtschaftsinformatikerin ist seit einem Jahr Trainerin der 15-köpfigen Truppe, die, wie so viele andere Teams auch, während des Lockdowns schwer zu kämpfen hatte. „Als ich neu dazu kam, haben wir gleich mit dem Training angefangen, aber bis zum Lockdown gab es kein einziges Spiel, bei dem wir auftreten durften“, beschreibt die gebürtige Russin, die ihre Kindheit in Wolfsburg verbrachte und dort bei den bekannten Honeybees das Einmaleins des Cheerleadings lernte. Ab November bot sie den Kirchheimer Mädels zweimal die Woche Online-Training an, damit möglichst viele bei der Stange bleiben. „Da haben schon alle mitgemacht, aber nach und nach sind es immer weniger geworden.“

Inzwischen hat sich die Zahl der elf- bis 22-jährigen Teilnehmerinnen eingependelt, und der Spaß an der Sache ist den jungen Frauen deutlich anzumerken. „In den Ferien haben wir ein richtiges Trainingslager gemacht und für das erste Heimspiel der Saison viermal die Woche trainiert“, berichtet Xenia Neumann. Inzwischen treffen sich die Cheerleader zwei- bis dreimal pro Woche und feilen an ihren spektakulären Hebefiguren, den sogenannten Stunts. Die zierlichen Mädchen, die dabei in die Luft geworfen werden, sind die Flyer. „Cheerleading ist ein toller Teamsport, bei dem es neben den Fähigkeiten im Tanzen, Turnen und der Sportakrobatik vor allem auch um Vertrauen geht“, erklärt sie.

Olympiapremiere 2024

Was einst als reine Anfeuerung gedacht war, hat sich mittlerweile zu einer eigenständigen Sportart entwickelt. „Cheerleading wird immer dynamischer. Da hat sich in den letzten fünf Jahren einiges getan. 2024 sind wir sogar zum ersten Mal olympisch“, erzählt Xenia Neumann begeistert. Von den Spielen in Paris träumt die 34-Jährige freilich nicht, zu anderen Wettkämpfen möchte sie mit ihrem Team aber durchaus reisen. „Wir wollen irgendwann auch eine eigenständige Mannschaft sein.“

Bis es so weit ist, bilden die Heimspiele der Knights die Highlights für die jungen Frauen. Wenn nicht gerade Pandemiebedingungen herrschen, stehen die Cheerleader beim Einlauf der Spieler Spalier. Außerdem gestalten die Mädchen die Viertelpausen, und wenn der Gegner eine Auszeit nimmt, heizen sie den Fans so richtig ein, damit die noch mal alles geben.

Dabei kommen auch die sogenannten Pompoms zum Einsatz. Die raschelnden Puschel sollen bei den Tanzeinlagen die rhythmischen Armbewegungen unterstreichen. „Wer Lust hat, bei uns mitzumachen, kann gerne mal vorbeikommen. Wir suchen noch Verstärkung“, sagt Xenia Neumann lachend. Sandra Langguth

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