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Fatale Folgen für Tiere

Zu den Artikeln „Tod am ersten Lebenstag“ und „Die Moral endet am Geldbeutel“ vom 4. August

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Drangvolle Enge, ungesunde Haltungsbedingungen, Hochleistungszüchtungen sind - wie inzwischen allgemein bekannt sein sollte - in der konventionellen „Nutztier“-Haltung an der Tagesordnung und führen zu Verhaltensstörungen sowie zu hohen Krankheits- und Sterberaten - und als Konsequenz daraus zur Zunahme multiresistenter Keime durch massiven Antibiotikaeinsatz.

Einer Untersuchung der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch zufolge, die auf Tausenden wissenschaftlich erhobener Daten basiert, stammt statistisch gesehen jedes vierte Fleisch-, Milch- und Eierprodukt von Tieren, die unter anderem an extrem schmerzhaften Euterentzündungen, Klauenerkrankungen, Gelenkdeformationen, Knochenbrüchen, blutigem Durchfall, nässenden Ekzemen, Gebärmutter- und Lungenentzündungen, eitrigem Augenausfluss und Husten litten und am Ende ihres kurzen, leidvollen Lebens bei der Schlachtung oft nicht einmal ausreichend betäubt wurden. Die Liste der fatalen Folgen der Massentierhaltung ließe sich fast unbegrenzt fortsetzen und mit weiteren grausigen Details erweitern.

Wenn menschliche Tugenden wie Vernunft und Mitgefühl versagen und sich die Konsumenten ungeachtet der fatalen Konsequenzen für Tiere, Umwelt und Klima weiter unverdrossen Unmengen billiger Tierprodukte in den Rachen stopfen, muss die Politik endlich strengere gesetzliche Rahmenbedingungen und Kontrollmechanismen schaffen, um den dringend erforderlichen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft hin zu einer tierfreundlichen beziehungsweise tierfreien und nachhaltigen Nahrungsproduktion zu ermöglichen. „Tierwohl-Initiativen“ auf freiwilliger Basis funktionieren offensichtlich (meist) nicht - weder in der Wirtschaft noch in der Zivilgesellschaft.

Marie-Luise Strewe, Lenningen