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Film ab im Ziegenstall

Fernsehen Andrea Holzer aus Hochdorf ist eine der sechs Landfrauen, deren Alltag und Kochkünste in der aktuellen Staffel der SWR-Koch-Doku „Lecker aufs Land“ vorgestellt werden. Von Katja Eisenhardt

Kamera läuft...und bitte“ - Diese Anweisung ist an diesem Tag öfter von Kameramann Michael Reithmeier zu hören. Er dreht auf dem Hochdorfer Ziegenhof von Andrea Holzer, die gerade dabei ist, in ihrer Küche Puderzucker und Ziegenmilch zu verrühren. Schritt für Schritt fängt die Kamera die einzelnen Handgriffe der Nachtischzubereitung ein, ab und zu muss eine Szene wiederholt werden: „Kannst du bitte noch mal ein bisschen Milch nachschütten für eine Nahaufnahme?“ Routiniert arbeitet sich die Hochdorferin durch ihr Rezept, von Aufregung angesichts der auf sie gerichteten Kamera keine Spur. Während Michael Reithmeier die Szenerie in verschiedenen Einstellungen einfängt, sorgt Thomas Heckner für den richtigen Ton, Regisseur Christoph Hoppstädter wirft immer mal wieder einen prüfenden Blick auf das Kameradisplay und gibt durch, was er noch gern aufgenommen hätte.

Es ist Montagvormittag, der vierte von insgesamt fünf Hochdorfer Drehtagen für das Filmteam der beliebten SWR-Koch-Doku „Lecker aufs Land“. Andrea Holzer ist eine von sechs Landfrauen, die sich in der aktuellen Staffel gegenseitig besuchen und sich das individuell zusammengestellte, regionale Drei-Gänge-Menü der jeweiligen Gastgeberin schmecken lassen. Was genau in Hochdorf aufgetischt wird, darf an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Nur so viel: Das Menü dreht sich auf einem Ziegenhof selbstverständlich rund um den meckernden Vierbeiner.

Nachdem die Vorbereitungen für die Nachspeise im Kasten sind, macht sich das Team auf die Suche nach einem ruhigen Platz für ein Interview im Grünen. Regisseur Christoph Hoppstädter erkundigt sich bei Andrea Holzer nach ihrem Arbeitsalltag, nach der Aufgabenverteilung in der Familie oder auch nach ihrem beruflichen Weg in die Landwirtschaft. All das wird in der Episode in das Porträt der Hochdorfer Kandidatin einfließen. In den drei Tagen zuvor hat das Drehteam passend dazu schon verschiedene Stationen und Handlungen gefilmt: „Die Ziegen wurden gefüttert und gemolken, es ging um das Käsen, wir waren bei meiner Schwester in der Gärtnerei - sie hilft mir auch beim Kochen und sorgt für den Blumenschmuck“, nennt Andrea Holzer Beispiele. Mit Ehemann Tim, Schwiegervater Hartmann Holzer und den Söhnen Johannes (11) und Tobias (8) war das Filmteam beim Mähen. Auch auf dem Esslinger Wochenmarkt, auf dem die Holzers ihre Produkte verkaufen, wurde gedreht.

Dass Andrea Holzer ein Teil der aktuellen Staffel wird, hat sie der Hartnäckigkeit der Produktionsfirma zu verdanken. „Die haben schon mehrere Jahre angefragt und jetzt, wo zumindest unser neuer Ziegenstall fertig ist, habe ich zugesagt. Beim neuen Stall in der Verlängerung der Friedhofstraße wird noch eine Käserei und unser Wohnhaus entstehen. Das ist ein großes Projekt, aber dann ist endlich mal alles an einem Ort, was den Arbeitsalltag deutlich erleichtert“, erzählt Andrea Holzer. Die Sendung „Lecker aufs Land“ kannte sie dank ihrer Mutter, die eine begeisterte Zuschauerin sei, berichtet die aktuelle Protagonistin. Selbst dabei zu sein, sei schon eine spannende Sache, „gerade auch die anderen zu besuchen und deren Hofalltag kennenzulernen. Wir verstehen uns super, das ist eine richtig nette Truppe.“ Alle zwei Wochen wird seit Drehstart im Juni auf einem anderen Hof gefilmt. Die Aufregung sei schnell verflogen, „das Team macht es einem wirklich leicht, und ich war davor schon bei anderen Teilnehmerinnen als Gast. Dann kennt man die Abläufe schon besser. Das nimmt einem die Nervosität“, sagt Andrea Holzer.

Am nächsten Tag geht es in Hochdorf noch mal rund. Es ist der finale, gut vollgepackte Drehtag, für den ein zweites Filmteam angerückt ist. Im Ziegenstall wartet am Dienstagvormittag die ganze Familie auf die Ankunft der fünf Mitstreiterinnen, die von Chauffeur Andreas Schengel im kultigen Oldtimerbus kutschiert werden, der in keiner Sendung fehlen darf.

„Regen-Atmo“ wird eingefangen

Während sich die Ziegen genüsslich ihr frisches Gras schmecken und von dem Großaufgebot in ihrem Stall nicht aus der Ruhe bringen lassen, werden die fünf Gast-Landfrauen mit großem Hallo empfangen. Nachdem die fröhliche Begrüßungsrunde im Kasten ist, geht es für Andrea Holzer, ihre Schwester Marion Millahn-Elsäßer und eines der zwei Filmteams zurück an den Herd in der Kirchheimer Straße. Das Menü muss zubereitet werden. Die fünf anderen Damen lernen derweil im Stall von Tim Holzer Spannendes über die Haltung der Ziegen und dürfen dann auch selbst mit anpacken. Zwischendurch herrscht für 40 Sekunden mal absolute Ruhe, als Kameramann und Tonmeister die „Regen-Atmo“ einfangen. Es gießt an diesem Tag aus vollen Kübeln, da wird der Drehplan eben auch kurzfristig mal etwas abgewandelt. Regisseur Christoph Hoppstädter jedenfalls ist sehr zufrieden: „Bisher hat alles super geklappt.“

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