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Finanzielle Win-win-Option

Zum Artikel „Schafhof soll Anschluss ans Gas erhalten“ vom 14. März und dem Leserbrief „Plumpe Werbeaussage“ vom 18. März

Der Leserbrief unterstellt der EnBW, sie möchte mit einem Gasanschluss auf dem Schafhof Gas verkaufen. Das ist faktisch falsch. Es geht hier um die Verlegung des Gasnetzes, nicht um den Gasverkauf. Strom- und Gasnetze sind gesetzlich dazu verpflichtet, jeglichem Energieanbieter den Durchlass seiner Energie zu gewähren, um den Wettbewerb zu garantieren. Wir könnten also unseren Strom- oder Gasanbieter individuell selber bestimmen. Die jeweiligen Netze befinden sich dagegen in Monopolstellung. Unsere Netze gehören der „Energie Kirchheim“ (EnKi), die prozentual mit 74,9 unserer Stadt und zu 25,1 Prozent der EnBW gehören. Somit hat unsere Stadt Kirchheim die Mehrheit in der Abstimmung und erhält Pachtgebühren von der EnBW als Netzbetreiber.

Zum Thema Gas als Energieform: Der seit 2011 geführte Kampf um die Energiewende hat nur wenige Erfolge zu verzeichnen. Erstens: den Erhalt der Nachtspeicheröfen, dank der Mithilfe von Michael Hennrich, CDU-Bundestagsabgeordneter. Zweitens: 16 Teilnahmen am Pilotprojekt „Flexibler Wärmestrom“ mit dem Ziel, als Dienstleister im Netzmanagement am Spotmarktpreis zu partizipieren, Dank Herrn Kleih, Aufsichtsrat, und Frau Dr. Hennersdorf, Vertriebschefin - beide von der EnBW. Drittens: die Stellungnahme der Grünen am 19. Januar 2018 für die EEG-Abschaffung und CO2-Besteuerung - nach dem Bürgertreff-Gespräch am 9. Januar 2018 mit unserem Ministerpräsidenten Kretschmann. Leider scheitert alles an der aktuellen Politik: Der öffentliche Strom wird überwiegend aus Kohle und Gas gewonnen, mit staatlichen Lasten und EEG-Umlagen befrachtet, sogar die Kohleverstromung ist bis 2038 garantiert. Die Energiewende ist noch keine Realität und nicht für alle Bürger bezahlbar. Ein Gasnetz auf dem Schafhof wäre eine Win-win-Chance für uns Schafhofbürger und unsere EnKi.

Karin Aufhammer, Kirchheim

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