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Flächenverbrauch stoppen

Zum geplanten Gewerbegebiet „Am Hungerberg“

Die Landschaft „Am Hungerberg“ zwischen Kirchheim, Nabern und Dettingen ist schon seit vielen Generationen keine Fläche mehr, auf der Kulturpflanzen nicht gedeihen würden, wie dies die Gemarkungsbezeichnung erwarten ließe. Vielmehr befinden sich hier heute für die Nahrungsmittelproduktion wertvolle Acker- und Wiesenflächen, die von Landwirtinnen und Landwirten besonders für den Getreide- und Maisanbau sowie für die örtliche Viehfuttersicherung durch große Wiesenflächen erfolgreich bewirtschaftet werden.

Mit der Bebauung von bis zu 42 Hektar Fläche auf diesem von der Regionalverwaltung als Grünzug bezeichneten Gelände würde diese Daseinsvorsorge zur Ernährung sowie die vielfältige Nah­erholungsfunktion im besonders dicht besiedelten Landkreis Esslingen unwiederbringlich und erheblich eingeschränkt.

Die Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft „Am Hungerberg“ muss nicht mit einer Einschränkung der wirtschaftlichen Entwicklung der Region und Kirchheims einhergehen, da in den Flächennutzungsplänen zahlreicher Körperschaften in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und insbesondere in den östlichen Bundesländern viele und große Gewerbeflächen bereits vorgehalten werden und die hiesigen nicht mehr genutzten Industriegebäude und -flächen für künftige gewerbliche Bedarfe genutzt werden können.

Neu entstandene und künftig sich durchsetzende Berufe und Arbeitsplätze sollten im Zuge der Strukturveränderung (Transformation) des Maschinenbaus und der Autoproduktion primär an den derzeitigen Standorten dieser Arbeitsplätze geplant werden. Durch nachhaltige Zusammenarbeit der Gemeinden, Städte, Kreise, Region und des Landes ist ein Ende des ungebremsten und umweltschädlichen Flächenverbrauchs (Flächenfraß) ohne Nachteile beim Thema Wirtschaft und Wohnen erreichbar. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Günter Gerstenberger, für den Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Kirchheim und Umgebung

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