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Flaniermeile für die Nacht

Zum Artikel „Autos sind am Abend unerwünscht“ vom 27. September

Kirchheim muss seiner Verantwortung als Mittelzentrum gerecht werden. Sollte man meinen. Die Verwaltung hat inzwischen einem halben Dutzend Lokalen die Außenbewirtung in der Dettinger Straße erlaubt. Damit hat sie eine geradezu unwürdige Situation geschaffen und rätselt, wie sie sich aus dem Dilemma befreien kann. Sie würde ja gerne, versteckt sich aber ängstlich hinter den Händlern.

In Gaststätten herrscht Rauchverbot. Gut so. Hier darf aber der Verkehr im Zentimeterabstand an der Erbsensuppe vorbeischrammen. Fußgänger und Menschen mit Rollator werden mit PS-Stärke geradezu provokativ geschoben, weil sie gezwungen sind, in der Straßenmitte zu gehen. Beidseitige Parkplätze plus gewohnheitsmäßige Falschparker verhindern den Blick in die Schaufenster.

Nun haben sich sogar einige Stadträte von der Mutlosigkeit im Rathausinneren anstecken lassen. Was als Ergebnis einer „temporären Fußgängerzone“ ab 19 Uhr verkündet wurde, ist geradezu lächerlich und verdient den Preis der Humoristen. Wenn nun schon lediglich eine „temporäre“ Lösung für zwei Jahre als minimale Lösungen übrig bleibt, dann hätte es wenigsten diejenige sein können, die von der CDU-Senioren-Union schon seit Längerem vorgeschlagen wird: samstags ab der Ziegel-/Stiegelstraße generell kein Autoverkehr!

Eine „Flaniermeile für die Nacht“, wie jetzt entschieden wurde, fände zwar landesweite Aufmerksamkeit, geht aber völlig am örtlichen Problem vorbei.

Elmar Müller, Kirchheim

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