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Fleischersatz der Zukunft

Zum Artikel „Ohne Fleisch alles gut?“ vom 31. August

Gewiss rettet man die Welt nicht allein durch vegane Ernährung. Sie kann aber einen wichtigen Beitrag leisten. Denn selbst wenn tierfreie „Fleisch- und Milchersatzprodukte“ weniger nachhaltig wären, wie Professor Heiner Schanz behauptet, haben sie immer noch deutlich weniger negative ökologische Auswirkungen als tierische Lebensmittel:

Der Pflanzen-Burger des amerikanischen Start-ups „Impossible Foods“, der aufgrund der Zugabe von pflanzlichem Hämoglobin „aussieht, kocht, riecht, zischt und schmeckt wie konventionelles Rinderhackfleisch“, benötigt laut Angaben der Firmeninhaber beispielsweise 95 Prozent weniger Land und 74 Prozent weniger Wasser und verursacht zudem 87 Prozent weniger Treibhausgase als sein tierisches Pendant. Außerdem ist der Veggie-Burger zu 100 Prozent frei von Hormonen, Antibiotika und künstlichen Zusatzstoffen.

Wie nachhaltig vegane Schnitzel und Co. in Zukunft sein werden, hängt freilich auch davon ab, inwieweit es gelingt, energieeffiziente, klimaneutrale Produktionsverfahren und kurze Transportwege zu schaffen. Besonders interessant für unsere Breiten ist in diesem Zusammenhang die eiweißreiche Süßlupine, die ohne Düngemittel auskommt und besonders gut auf den anspruchslosen sandigen Böden Ostdeutschlands gedeiht.

Der ökologische Aspekt ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Viel mehr zählt meiner Meinung nach das ethische Argument. Je mehr Menschen zu veganen Produkten greifen, desto weniger Tiere leiden und sterben in „diesen grausamen, schändlichen Gulags der Verzweiflung, die wir Massenställe und Schlachthöfe nennen“ (Philip Wollen, Ex-Banker und Philanthrop).

Marie-Luise Strewe, Lenningen

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