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Fragen über Fragen

Zum Leserbrief „Kirchheimer Erklärung“ vom 9. September

Ich finde es richtig, die Kirchheimer Erklärung zu unterzeichnen. Die Initiatoren wollen etwas Gutes: Die Gewalt des Rechtsextremismus zurückdrängen. Ich habe unterschrieben - gleichwohl ergeben sich Fragen.

Ich frage Gert Carstens: Ist es kein Erfolg, mit den hier vor Ort lebenden Ditib-Muslimen, die sich lokal konstruktiv einbringen wollen, zusammen gegen jegliche Art von Menschenverachtung zu kämpfen?

Ich frage Yakub Kambir von der Ahmet-Sultan-Moschee: Ist die Erklärung auch gegen die Grauen Wölfe gerichtet? Was sagen Sie zum Gebet: „O Allah, führe unsere glorreiche Armee zum Sieg“ (Sieg der Türken über die Kurden in einem völkerrechtswidrigen Krieg). Warum müssen Kinder in Moscheen die blutige Schlacht von Gallipoli nachstellen? Als Soldaten salutierend oder als Leichen - bedeckt mit türkischen Fahnen? Was ist das für ein Religionsverständnis? Was sagen Sie zu den Spitzeltätigkeiten von Imamen der Ditib oder dass der Verfassungsschutz die Ditib als nationalistische Organisation einstuft? Wie stehen Sie zu den verfassungsfeindlichen, antijüdischen Muslimbrüdern, zu denen die Ditib Kontakt pflegt? Was sagen Sie zu den Hasspredigten Ihres Oberhauptes Erbas von der Diyanet, Homos würden HIV erzeugen, „die Generation verrotten“, der Islam verfluche Homosexualität. „Lasst uns zusammen handeln, um die Menschen vor diesem Bösen zu schützen.“ Was glauben Sie, wie soll dieser Schutz konkret aussehen? Wollen Sie sich auch vor hiesigen Homosexuellen schützen? Verfluchen Sie ebenfalls die Homos in Kirchheim im Namen des Islam? Oder streben Sie ein wohlwollendes Verhältnis zu diesen Bürgen unserer Stadt an - besonders auch zu jenen türkischer Abstammung?

Ich würde mich für eine für Kirchheim klärende Antwort sehr freuen, damit wir alle gemeinsam die Erklärung tragen können.

Ulrich Haussmann, Kirchheim

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