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Frieden statt Abschreckung

Zum Artikel „Abschreckung à la GroKo“ vom 5. Mai

Annegret Kramp-Karrenbauer handelt logisch, wenn sie auf die Erneuerung der „altersschwachen Tornados“ durch F-18 setzt. Wer in Kategorien der Abschreckung, der potenziellen Kriegsführung denkt und fühlt, muss auch bereit sein, irre Summen für Rüstung und Kriegsvorbereitung auszugeben, muss bereit sein, sich in tödliche Abhängigkeit (nukleare Teilhabe) von Menschen zu begeben, denen man nicht vom Morgen bis zum Abend trauen kann, und muss bereit sein, die eigenen Überzeugungen schönzureden, weil bekannt ist, dass weit mehr als drei Viertel der Bevölkerung die Lagerung von Atomwaffen in Deutschland ablehnen (siehe Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Kantar im August 2019).

Aber muss man so denken?

Die Studie „Zivile Sicherheitspolitik“ der evangelischen Landeskirche in Baden zeigt eine klare Alternative auf. Da werden in einem Positiv-Szenario nachvollziehbare Schritte einer Friedenspolitik bis ins Jahr 2040 beschrieben, die zu einer nachhaltigen zivilen Sicherheit führen. Dafür ist ein Umdenken der Politik notwendig, aber auch ein aktives Engagement von uns, der Bevölkerung.

In Zeiten einer Pandemie, die eine tiefe Erschütterung des bisher „Normalen“ mit sich bringt, muss neu darüber nachgedacht werden, was systemrelevant ist. Dazu gehören ganz sicher der Frieden als Basis des Lebens, die Wiedererlangung einer überlebensfähigen Einheit von Mensch und Natur und die Einhaltung der Regeln des gerechten Zusammenlebens zwischen den Menschen. Ja, auch der Erhalt der Wirtschaft gehört dazu, sofern sie sich an diesen lebensrelevanten Grundsätzen orientiert.

Martin Lempp, Bissingen

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