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Frieden statt Sicherheit

Zum Artikel „Raketen und Rivalen“ vom 15. Februar

In Äußerungen der Bundesregierung werden gebetsmühlenartig „Sicherheit und Frieden“ in einem Atemzug genannt, als ob der Zusammenhang selbstverständlich wäre. Das Gegenteil ist der Fall: Sicherheit und Frieden sind zwei völlig gegensätzliche Konzepte. „Frieden“ ist nur miteinander möglich, schließt also den beziehungsweise die anderen Menschen mit ein. „Sicherheit“ dagegen schließt die anderen aus, weil das Konzept auf Abwehr von Bedrohung ausgerichtet ist. Wer wirklich Frieden will, muss also vom anderen her denken wollen und können - und sich selber in Frage stellen lassen: Welchen Anteil habe ich selber an dem Konflikt?

Dass eine Minderheit der Weltbevölkerung, zu der wir gehören, seit Jahrhunderten maßlos auf Kosten der Mehrheitsbevölkerung der Erde lebt, verdrängen wir konstant. Aber jetzt holt uns diese Verdrängung ein in Gestalt von Flüchtlingen, Terroristen, Umweltzerstörung und Klimakatastrophe. Der maßlose Rohstoffhunger und das dominierende Profit- und Konkurrenzdenken der westlichen Welt ist eine Hauptursache für regionale und globale Konflikte - und daran ist jeder von uns mitbeteiligt, ob er will oder nicht. Aber diese Frage wurde weder auf dem „Weltwirtschaftsforum“ in Davos behandelt noch spielt sie auf der „Sicherheitskonferenz“ in München eine Rolle.

Aber sie ist die entscheidende für die Zukunft der Menschheit und kann nicht mit „Raketen und Rivalen“ gelöst werden.

Martin Brost, Dettingen

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