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Friedliche Menschen

Zur Berichterstattung über die Demonstrationen in Berlin

Da sind sie: Die Bilder, die Herrn Geisels Versuch, die Berliner Großdemonstration zu verbieten, im Nachhinein rechtfertigen sollen. Pauschal werden alle Demonstranten verurteilt, die Polizei wird für ihre gute Arbeit gelobt. Was in den sogenannten Qualitätsmedien fehlt, sind Fotos der großen Menge friedlicher Menschen auf der Straße des 17. Juni und an der Siegessäule, unter denen auch ich war. Im Gegensatz zum Reichstag waren wir dort bestens bewacht von mehreren Hundertschaften schwer bewaffneter Polizisten. Nach dem samstäglichen Vorfall am Reichstag - von dem sich „Querdenken“ eindeutig distanziert! - wurden am Sonntag rund um die Siegessäule Absperrgitter aufgestellt und durch Polizeibeamte „gesichert“. Eine genehmigte Kundgebung sollte damit verhindert werden.

Welch ein erbärmliches Schauspiel: Da standen sich Polizisten in Kampfmontur und friedliche, unbewaffnete Menschen gegenüber, Junge und Alte, die sogenannte bürgerliche Mitte. Alle eint nicht etwa die Leugnung des Coronavirus, sondern die Kritik an der Unverhältnismäßigkeit der verordneten Maßnahmen. Die Forderung der Gruppe nach maximaler Transparenz und einem runden Tisch von Fachleuten verschiedener Bereiche wird seit Monaten ignoriert. Am Wochenende habe ich keine gewalttätigen oder gewaltbereiten Demonstranten gesehen, derartige Polizisten allerdings schon. Männer und Frauen wurden aus der Gruppe gezerrt, geschubst, auf den Boden gedrückt, mit Gewalt fixiert, teilweise brutal geschlagen, festgenommen, willkürlich Strafanzeigen gestellt. Ja liebe Politiker, diese Bilder sind vielfach dokumentiert, allerdings nicht bei ARD und ZDF, sondern in den sozialen Medien. Nachzulesen auch auf der Homepage der „Kritischen Polizisten“. Schauen Sie mal hier oder da vorbei, das könnte so einiges zurechtrücken. Aber natürlich nur, wenn man daran interessiert ist.

Friederike Raff, Weilheim

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