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Für Stadt gelten andere Gesetze

Zum Artikel „Gezerre um den Ginsterweg“ vom 9. Mai

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Nach diesem Motto handelt zurzeit die Stadtverwaltung, angeführt von Angelika Matt-Heidecker. Vor zehn Jahren ließ die Stadt eine Studie mit Konzeptentwurf erarbeiten, deren Ergebnis einige Missstände im Wohngebiet Halde aufzeigte. Der Gemeinderat gab mit einem einstimmigen Beschluss und der Priorität 1 der Stadtverwaltung den Auftrag zur Umsetzung. Zehn Jahre ist nichts passiert, außer dass die Rechnung für das damalige Gutachten bezahlt wurde.

Wie praktisch ist das nun, wenn man sagen kann, der Gemeinderatsbeschluss und die Konzeption von damals ist nun nicht mehr bindend. Jeder, der in der Halde eine Immobilie besitzt oder dort bauen möchte, muss sich an die Gängelungen der Stadt halten. Wie hoch darf die Hecke sein, wie muss der Gartenzaun aussehen, an solchen und ähnlichen Dingen möchte die Stadt mitreden. Im Ginsterweg möchte die Stadt nun aber bauen, und zwar einen Klotz, der in Größe und Architektur nicht an diese Stelle passt und im groben Gegensatz zur Konzeption von vor zehn Jahren steht. Im Gegensatz zu Privatleuten kann man ja nun schließlich die Kriterien selbst festlegen.

Wenn Frau Matt-Heidecker es mittlerweile leid ist, ständig Unterschriftenlisten entgegennehmen zu müssen, dann sollte sie sich vielleicht mal überlegen, ob man die Bevölkerung, von der die Unterschriften kommen, nicht mal ernst nehmen sollte und einen Dialog auf Augenhöhe mit den Bürgern führen könnte. Die Stadtverwaltung muss die Beschlüsse des Gemeinderates umsetzen. Bitte, liebe Gemeinderäte, schauen Sie dieser Stadtverwaltung auf die Finger, in zwei Jahren dürfen wir Bürger bei der nächsten Gemeinderatswahl Ihre Arbeit wieder bewerten.

Peter Lang, Kirchheim

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