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Fukushima und Neckarwestheim

Zum Wochenendmagazin „Wolkenlose Zukunft“ vom 6. März

Fünf Tage vor dem zehnten Jahrestag des Super-GAUs von Fukushima widmet sich die ­Südwestpresse dem Thema Atomkraft am Beispiel des AKW Gundremmingen bei Günzburg. Vom AKW Neckarwestheim, das viel näher bei uns liegt, steht kein Wort in dem Artikel. Ebenso wenig brachte die Südwestpresse eine Meldung darüber, dass in dieser Woche im SWR der ehemalige Leiter der Abteilung „Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen“ im Bundesumweltministerium, Dieter Majer, die sofortige Abschaltung von Neckarwestheim gefordert hat, weil von ihm eine akute Gefahr ausgeht.

Seine Begründung: Laut Berechnungen der Materialprüfungsanstalt Stuttgart sind die Risse in den Rohren unbemerkt so stark gewachsen, dass sie einem Störfall nicht standhalten können, wodurch eine Kernschmelze nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Das grüne Umweltministerium bestreitet das mit Verweis auf zwei Gegengutachten. Als die Bürgerinitiative „Ausgestrahlt“ diese Gegengutachter mit den Berechnungen der Stuttgarter Prüfungsanstalt konfrontierte und um eine Stellungnahme bat, untersagte das Ministerium ihnen, sich dazu zu äußern.

Damit begeht der grüne Umweltminister den gleichen Fehler wie die japanische Atomaufsicht in Fukushima: Sie hat an Annahmen festgehalten, die bereits durch die Realität widerlegt waren. So konnte es zum Super-GAU kommen.

Martin Brost, Dettingen

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