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Gefährliches Gift an der Straße

Über Saatgutmischungen - weil es so schön gelb blüht - hat das hochgiftige Jakobskreuzkraut seinen weiträumigen Siegeszug über die Grünstreifen an den Straßen antreten können. Um die Ausbreitung einzudämmen, ist es unabdingbar, dass die Straßenmeistereien zweimal in den Sommermonaten die Flächen mähen - der Klimawandel lässt grüßen. Im Landkreis Esslingen sind etwa 1 100 Kilometer Randstreifen von den Mitarbeitern zu bewältigen.

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Frisch auf der Weide verschmähen es die Tiere in der Regel, weil es bitter schmeckt. Getrocknet, also versteckt im Heu, verschwinden die Bitterstoffe, nicht aber das Gift, und die Tiere fressen es. Pferde und Kühe sind besonders betroffen, aber auch Schafe und Ziegen. Zunächst sind nur unspezifische Symptome erkennbar, später kann es zu akutem Leberversagen kommen, das in akuter Form zum Tod führt.

Pyrrolizidin-Alkaloide (PA) heißen die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe, von denen bislang mehr als 660 verschiedene Verbindungen bekannt sind. Vermutlich dienen die PA den Pflanzen als Fraßgifte. Vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und der Lebensmittelkontrolle wurde festgestellt, dass PA als Kontamination in verschiedenen Lebensmitteln in jüngster Zeit entdeckt wurden. Mit Pyrrolizidin-Alkaloide verunreinigter Honig, Kräutertees einschließlich Rooibostee sowie schwarzer und grüner Tee sind die Hauptquellen, über die Verbraucher PA aufnehmen können. Die in diesen Lebensmitteln enthaltenen PA-Mengen können sowohl für Kinder als auch für Erwachsene bei längerer Aufnahme gesundheitlich bedenklich sein (Quelle Kreuzkräuter und Naturschutz, Tagungsband der internationalen Fachtagung in Göttingen 2017). ih