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Gefahr für Streuobstwiesen

Zu den Artikeln, „Misteln saugen Bäume aus“ vom 30. November und „Ein neuer Blick auf alte Bäume“ vom 31. Januar

Wie in einem früheren Bericht des Teckboten zum Ausdruck gebracht, stellen Misteln eine ernsthafte Bedrohung für manchen Baum dar, insbesondere für Apfelbäume. Die in der jüngsten Pressemitteilung aufgestellte Behauptung, die Mistel schade den Bäumen nicht, ist falsch. Je älter und größer sie wird, desto mehr sterben die befallenen Bäume ab. Nach dem durch übermäßigen Mistelbesatz gekennzeichneten „Brokkoli“-Habitus kommt bald der gänzliche Tod der Bäume. Früher mussten „die Jungs“ ausrücken, sobald „die Oma“ nur eine klitzekleine Mistel entdeckt hatte. Zweige mit Mistelbesatz sind unterhalb der Mistelpflanze vor Beginn der Rindenschwellung, also etwa fünf bis zehn Zentimeter vor der Mistel, gänzlich abzuschneiden. Das bloße Abschneiden der Mistel an sich reicht nicht, da diese aus ihren im Ast oder Zweig verbleibenden Wurzeln wieder austreibt.

Es ist richtig, dass die Mistel wegen der eigenen Fotosynthese als Halbparasit gilt. Sie schneidet aber früher oder später die äußeren Zweig- und Astpartien von der Wasserversorgung ab und entzieht dem Baum noch im Winter Wasser, wenn dieser sein Laub aus guten Gründen abgeworfen hat. Die Mistelsamen werden von manchen Vögeln von einem Baum zum nächsten übertragen. Eine Jungpflanze ist der Anfang vom Ende manch Baumes; so faszinierend die Biologie der Mistel auch ist.

Dr. Niels Böhling, Kirchheim

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