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Geistliches WortAlles wird gut!

Haben Sie auch den faszinierenden Doppel-Regenbogen am Abend des Ostersonntags gesehen? Obwohl sich die Entstehung dieses Phänomens wissenschaftlich einfach erklären lässt, spricht so ein Farbenspiel am Himmel viele Menschen tief in ihrem Inneren an und bringt Emotionen in uns zum Schwingen. Ich war schlichtweg begeistert und berührt. Und ich wurde in der Idee bestärkt, für mein heutiges geistliches Wort mal nachzuschauen, welchen Ursprung die Regenbogenbilder in den Fenstern vieler Häuser in den letzten Wochen haben. Oft von Kindern gemalt und mit dem Schriftzug „Alles wird gut!“ versehen. Im Internet finde ich: Die Idee zu diesen Bildern kommt aus Italien. Die bunten Regenbögen sollen die von der Coronakrise gebeutelten Menschen ermutigen.

Und in der Tat ist der Regenbogen von jeher ein Zeichen der Hoffnung. Im Alten Testament wird erzählt, wie Gott für Noah sowie seine Familie und die ganzen in der Arche geretteten Tiere den Regenbogen an den Himmel gesetzt hat - verbunden mit dem Versprechen: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ (1. Mose 8,22). Auf dem dunklen Hintergrund der Regenwolken malen die kräftigen Sonnenstrahlen dieses farbenfrohe Gebilde an den Himmel. Auf dem Hintergrund schwerer Zeiten oder gar von Weltuntergangsstimmung erfahren die Menschen durch Gottes Zusage neue Hoffnung. Nicht nach dem Motto eines Spruches, den ich gar nicht leiden kann: „Immer, wenn du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Von irgendwo kommt gar kein Lichtlein her. Aber in dem Sinne: Gott selbst schafft die Rahmenbedingungen dafür, dass es mit der Menschheit weitergeht. Dass wir leben und überleben können.

Ein Hinweis auf Liebe und Treue

Und insofern könnte in der aktuellen Situation kein Zeichen passender sein für Solidarität, für Frieden, für die bunte Vielfalt unter Menschen und für die Hoffnung auf ein Leben nach der Krise. Keine heile Welt, in der wir alle Epidemien und alle über uns hereinbrechenden Probleme blitzschnell lösen. Dass es so einfach nicht geht, lernen wir derzeit schmerzlich. Aber der Regenbogen verkörpert die Zuversicht, begleitet zu sein auf allen Wegen unseres Lebens von dem, der den größeren Überblick hat und der uns niemals tiefer fallen lässt als in seine Hand.

Wird alles wieder gut? Alles wahrscheinlich nicht. Aber der, der es unendlich gut mit uns meint, wird uns nicht dem Untergang überlassen. Der Regenbogen war für mich ein deutlicher Hinweis auf Gottes Liebe und Treue zu uns Menschen.

Christian Lorösch Pfarrer an der Johanneskirche in Kirchheim.

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