Unzugeordnete Artikel

Geistliches WortDer Schrecken der Flut

Wir alle haben sie gesehen, die schrecklichen Bilder aus den überschwemmten Gebieten in der Republik. Sie haben uns zutiefst betroffen gemacht und hoffentlich auch aufgerüttelt. Immerhin laufen Hilfsangebote aus ganz Deutschland ein. Ein Zeichen, das hoffnungsfroh stimmen kann. Und wir im Raum Kirchheim haben das dankbare Gefühl, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Dabei können auch wir uns keinesfalls in Sicherheit wiegen.

Die Experten, die sich mit den Klimaveränderungen beschäftigen, warnen ja unisono vor einer größeren Häufigkeit solcher Wetterverhältnisse. Es ist also höchste Zeit, nicht nur mögliche Schadensbegrenzungen baulicher Art zu betreiben, sondern endlich ernst zu machen mit möglichst klimaneutraler Industrie, Landwirtschaft und privater Lebensweise.

Mit Blick auf die Starkregenfälle und die Auswirkungen war öfters das Wort „von biblischen Ausmaßen“ zu hören und zu lesen. Es wird damit auf die Sintflutgeschichte aus dem Alten Testament im Buch Genesis angespielt, in der Gott eine verdorbene Menschheit durch die Wassermassen ausrottet und allein Noach und seine Sippe, sowie die Tier- und Pflanzenwelt rettet.

Werden wir also durch die Wetterereignisse der vergangenen Woche durch Gott gestraft? Mitnichten! Als Christen berufen wir uns auf die Botschaft Jesu von einem liebenden und mitleidenden Gott, der das Unheil und Unglück der Menschen nicht möchte. Ganz im Gegenteil! Wir glauben Gott gerade an der Seite dieser Menschen. Im Johannes­evangelium sagt Jesus: „Ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um die Welt zu retten.“ (Joh 12,47).

Setzen wir alles daran, gemeinsam mit ihm diese unsere Welt zu retten. Helfen wir dort, wo unsere Hilfe die erste drängende Not lindert, und lassen wir nicht zu, dass die Menschheit in ihrer Maßlosigkeit im Konsum, Reisen und Produzieren das Klima unseres Planeten zerstört. Die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens müssen unbedingt früher als geplant erreicht werden, damit unser Lebensraum nicht dauerhaft vernichtet wird.

Rainer Wagner

Diakon der katholischen Gesamtkirchengemeinde Kirchheim

Anzeige