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Geistliches WortEin Riss in der Schale

Bunte Ostereier. Wir alle kennen sie. Sie stehen in den Läden zum Verkauf und vielleicht haben Sie in den Tagen auch mit ihren Kindern oder Enkelkindern selbst welche verziert, bemalt oder gefärbt.

Bunte Ostereier. Für rund zwei Drittel der Deutschen gehören das Bemalen oder auch das Verstecken und Suchen von bunt gefärbten Eiern zur festen Tradition des Osterfestes dazu. Vielleicht ziert auch bei Ihnen so manches Ei in seinen bunten Farben Ihre Frühlings- und Osterdekoration?

Bereits von den armenischen Christen aus den ersten Jahrhunderten ist belegt, dass sie sich rot bemalte Eier verschenkten. Dieses alte Brauchtum birgt bis heute einen Hinweis auf die Bedeutung des Osterfestes.

Schließlich ist so ein Ei äußerlich kalt und starr, und es scheint wenig Leben in ihm zu stecken. Doch, die nötige Nestwärme vorausgesetzt, kann so ein Ei zum Leben erwachen. Zunächst ist es nur ein ganz kleiner Riss - kaum wahrnehmbar. Doch dann pickt so ein Küken immer weitere Teile der Schale auf: Stückchen für Stückchen, bis es sie schließlich ganz durchbricht.

Ein Bild, das uns das Ostergeschehen vor Augen führen will, wie es auch in dem bekannten Merkspruch zur Sprache kommt: „Wie der Vogel aus dem Ei gekrochen, hat Jesus das Grab zerbrochen.“

Denn das Osterfest schenkt uns Hoffnung, die Jesus uns gebracht hat: Die Schale des Todes hat einen Riss bekommen, ja ist vielmehr ganz durchbrochen. Durch das einzigartige Wunder, das uns über das Ostergeschehen in der Bibel überliefert ist, fällt ein heller Lichtstrahl mitten in die Dunkelheit, die uns meist bei einer der drängendsten Fragen des Lebens begleitet: Was kommt nach dem Tod?

Die Antwort, die Jesus Christus uns darauf mit Ostern zuruft, ist einfach und gewaltig zugleich: „Ich lebe und mit mir sollt auch ihr leben.“ (Johannes 14,19). Bunte Ostereier also. Erinnerung, Mahnung und Freude zugleich an ein neues Leben.

Joachim Wassermann

Pfarrer der Kirchen-gemeinde Owen

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