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Geistliches WortGegen die Angst

Symbolfoto
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Alles beginnt mit dem Vertrauen. Wo Vertrauen fehlt, kann es auch kein Leben geben, so wie man es sich wünscht. Deshalb ist es wichtig, dass wir schon von Kind an lernen, da­rauf zu vertrauen, dass die Eltern für uns da sind. Denn Eltern vermitteln Liebe, Sicherheit und Geborgenheit. Auch bei Freunden verhält es sich so, dass Vertrauen erst aufgebaut und erprobt werden muss, bis es sich etablieren kann. Leider kann Vertrauen viel schneller verspielt als gebildet werden. Was lange gehalten hat, kann rasch zerbrechen.

Wo Vertrauen schwindet, da beginnt Angst schnell zu wachsen. Sie kann wachsen, bis sie die Oberhand über das Leben gewinnt. Es gibt die Angst vor der eigenen Schwäche, die Angst vor dem Verlust von Geborgenheit und Lebenssinn. In unserer Gesellschaft macht sich zunehmend ein Vertrauensschwund bemerkbar, und auf der anderen Seite häufen sich die Ängste. Es gibt immer weniger Dinge, auf die man sich verlassen kann.

Eine der schönsten Geschichten über das Wagnis des Vertrauens steht in der Bibel. Die Jünger Jesu befinden sich in seiner Abwesenheit auf dem See Genezareth und geraten in Seenot. Als sie Angst überkommt, geht Jesus auf dem Wasser auf sie zu. Doch das halten sie nur für eine Erscheinung und fürchten sich noch mehr. Weil auch Petrus das nicht glauben kann, braucht er einen Beweis. Aus diesem Grund ruft Jesus ihn zu sich: „Komm her!“ Und Petrus kann nun tatsächlich auch über das Wasser schreiten. Doch dann kommen wieder Zweifel auf. Die Angst übermannt ihn und er beginnt zu sinken. Petrus muss Jesus um Hilfe rufen, der sogleich die Hand errettend nach ihm ausstreckt. Petrus hat das Vertrauen gefehlt. Das muss er sich von Jesus sagen lassen.

Wie gut ist es, wenn wir gelernt haben, wirklich zu vertrauen! Wenn wir aus dem Vertrauen leben, dann können uns die tiefsten Abgründe, an die uns das Leben führt, nichts anhaben. Jesus gibt uns diese Möglichkeit, wenn er zu uns, wie wir es von den Jüngern gehört haben, sagt: „Seid getrost. Ich bin’s; fürchtet euch nicht!“

Arnd Kaiser Pfarrer der evangelischen Stadtkirchengemeinde Kirchheim

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