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Geistliches WortHeilige Tränen

Ein Junge weint nicht!“ So hieß es noch vor einigen Jahrzehnten in der Erziehung. Gott sei Dank ist das heute anders. Weinen können ist wichtig und heilsam. Weinen heißt, dass man von etwas zutiefst bewegt ist. Wer dem Leben gegenüber gleichgültig ist, der wird auch keine Träne verlieren. Es gibt unterschiedliche Arten von Tränen. Freudentränen steigen auf bei einem ganz besonderen Erlebnis. Bei einer Hochzeit, einer Geburt, bei der Heilung von einer schweren Krankheit, im Anblick eines Sonnenuntergangs - es gibt genug Gründe bewegt zu sein, von dem Guten was einem widerfährt.

Aber es gibt auch die Schmerzens- und Trauertränen. Wer sich schwer verletzt, dem treibt es die Tränen in die Augen. Wer einen lieben Menschen verloren hat, der weint um ihn.

Auch Jesus weinte. Beim Einzug nach Jerusalem wurde ihm mit lauter Freude zugejubelt. Es wurde ein Lobpreis darüber angestimmt, dass nun endlich der von Gott verheißene König einzieht. Eigentlich war das ein Highlight-Augenblick im Leben Jesu. Doch als er sich mit der jubelnden Menge Jerusalem näherte, fing er plötzlich an zu weinen. So erzählt es der Evangelist Lukas in Kapitel 19,41. Es war mehr als ein leises Weinen. Man müsste es eher mit lautem Schluchzen übersetzen. Er schämte sich seiner Tränen nicht. Es war ein Ausdruck von tiefer Betroffenheit. Was war der Grund, warum Jesus diese Tränen vergoss? Es ging um die Menschen. Um die Bewohner Jerusalems. Jesus weinte um sie, weil er wusste, dass sie den ablehnen, der ihnen Frieden bringen kann. Jesus Christus wird als der Fürst des Friedens bezeichnet. Gemeint ist der umfassende Schalom-Frieden, der weit mehr ist als die Abwesenheit von Streit. Dieser Friede bedeutet umfassende Versöhnung zwischen Menschen und Gott. Dieser Friede lässt ein Herz zu Ruhe kommen, weil es weiß, dass es in Gottes Hand geborgen ist.

Jesus weint, weil er liebt! Er liebt die Menschen und er ist zutiefst traurig, dass Menschen nicht den Frieden und das Heil erfassen, das er anbietet.

Ich glaube, dass diese Tränen auch heute noch geweint werden. Um all diejenigen, die meinen, alleine mit dem Leben zurecht zu kommen. Die Passionswoche macht deutlich: Hier leidet einer, weil er leidenschaftlich liebt. Ich wünsche es uns, dass wir in dieser besonderen Zeit erkennen, was uns zum wirklichen Frieden dient.

Info: Da die Kirchen die Karwoche nicht wie sonst feiern können, erscheint bis Ostern im Teckboten täglich ein geistlicher Impuls, verfasst von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK).

Günter Öhrlich Evangelisch-freikirchlische Gemeinde

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