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Geistliches WortLass es zu und ich bin da

Du musst dringend zum Arzt gehen!“ „Lass dich untersuchen, dann kann dir auch geholfen werden!“ Wie oft hat man vielleicht diesen oder ähnliche Sätze schon gehört oder selbst zu jemandem gesagt, der einem wichtig ist: In der Corona-Zeit haben viele Menschen versucht, einen Arztbesuch zu vermeiden oder haben sich mit einer großen Angst in die Arztpraxis begeben, obwohl es ihnen schlecht ging. „Das kann warten!“ Kann die Gesundheit warten? Kann das Leben warten?

Die Menschen können nicht und sollten nicht warten, wenn es ihnen schlecht geht. Es liegt zuerst allein in ihrer Hand, in ihrer Entscheidungsfreiheit, für sie einzustehen. Aber gerade in der Krankheit braucht man jemanden, möglicherweise gerade einen Arzt. Ein Arzt, der einem hilft gesund zu werden, damit man wieder am Leben teilhaben kann. „Ich tue, was ich kann, um Ihnen zu helfen.“ Diesen Satz würde Jesus heute bestimmt sofort unterschreiben. Er hätte ebenfalls versucht, sofort zu helfen. Denn sein Sendungsauftrag war, die Menschen zu heilen und ihnen nahe zu sein. Gottesnähe spürbar werden zu lassen. Das heutige Tagesevangelium (Mt 8,5-17) und auch andere biblische Texte erzählen von Heilungen und von Jesu liebevoller Zuwendung. Daher passt es, dass die eigentliche ursprüngliche griechische Bedeutung von „heilen“, „anbeten und nahe sein“ ist.

Wer sich auf Gott und die Menschen einlässt, der kann darauf vertrauen, dass er in der Krankheit und in schweren Zeiten in seinem Leben nicht allein gelassen wird. Gott ­offenbart sich in den Menschen, die es gut mit einem meinen. Das kann vielleicht ein Arzt sein oder eine andere wichtige Person, die es gut mit einem meint. Man darf darauf vertrauen, dass man die Hilfe bekommt, die man braucht und vor allem, wenn man sie braucht. Man soll nicht zu lange darauf warten, damit einem geholfen werden kann. Ganz besonders jetzt in der Corona-Zeit sollten die Menschen Hilfe annehmen, die angeboten wird und diese auch zulassen.

Anna Bernau

Katholische Gemeindereferentin in Kirchheim

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