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Geistliches WortWie im Himmel?

Jetzt in den Sommerferien verreisen so manche in „ihr“ Urlaubsparadies, um abzuschalten, Spaß zu haben, neue Kraft zu tanken. Das muss nicht unbedingt eine paradiesische einsame Insel irgendwo in der Südsee sein. Auch im Gebirge, auch in der Nähe kann man Landschaften, Augenblicke, ja, ein Miteinander mit anderen Leuten erleben, die einem Anlass geben, zu denken oder zu sagen: Wie im Himmel! Und ich hoffe und wünsche es für jeden, dass solche Momente für alle immer wieder erlebbar sind, nicht nur in den Ferien.

Sich fühlen wie im Himmel, nein, nicht nur das, sondern wissen, dass man dort schon ist - das wünscht Jesus Christus den Menschen. Und da geht es nicht nur um schöne Landschaften, Ruhe und Erholung, ein menschliches Miteinander, das allen, die dabei sind, gut tut. Das gehört für Jesus sicher dazu: Aber Himmel bedeutet für ihn noch viel mehr: Dass Gott da ist, dass er sich den Menschen und ihren Mitgeschöpfen zuwendet, dass er beseitigt und heilt, was Leben und Zusammenleben stört und zerstört. Ja, mit ihm soll der Himmel, Gottes Nähe, auch zu denen kommen, die eher das Gefühl haben, die Hölle auf Erden zu erleben - ob sie nun den Urlaub nicht genießen können, weil berufliche und Alltagsprobleme sie auch dort im Griff haben und nicht zur Ruhe kommen lassen, oder weil sie beispielsweise einsam sind. Manche sind vielleicht gefangen in Angst vor Krankheit und Sterben, weil sie ihren inneren Unfrieden auch an anderen auslassen, ihnen damit auch Unrecht tun, sich selbst Sympathien verscherzen. . . 

Jesus Christus kommt zu uns Menschen und bringt Gott mit, bringt ihn uns nahe - bis in die Einsamkeit, bis in die Isolation durch Schuld, bis in Leiden und Tod, durch Gemeinschaft, durch Liebe, mit dem Bilderbuch seiner Sprüche und Reden, die etwa die Evangelien uns hinterlassen haben. Und eins ist ihm auch wichtig: Wenn ihr schon erkannt habt, dass ich den Himmel mitbringe, dann behaltet es nicht für euch und profitiert nicht allein davon! Sagt und gebt diesen Schatz weiter! Lasst auch andere spüren, dass Gott da ist und nach ihnen fragt, sich für sie und ihre Probleme interessiert! Zeigt es mit Worten, aber auch mit den Begabungen, die Gott euch mitgegeben hat! Zeigt es vor allem mit der heilsamen Liebe, mit der es Gott euch auch gezeigt hat, oder, wie es in unserem Monatsspruch für den August aus dem Matthäusevangelium heißt: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe!“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein himmlisch schönes, vor allem aber von Gott gesegnetes Wochenende.

Werner Ambacher

Pfarrer für Altenheimseelsorge in Kirchheim

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