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Gelungene Demokratie-Show

Zur Berichterstattung über den Verbalangriff auf ein ZDF-Kamerateam in Dresden

Was für eine gelungene Demokratie-Show vom ZDF in Kooperation mit so gut wie allen anderen Mainstream-Medien und Politikern. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich fast kaputtlachen, wenn sich diese Akteure als Hüter der Demokratie gebärden. Dass das beteiligte ZDF-Kamerateam zu seinem Vorteil trickst und täuscht, war zu erwarten. Warum aber alle anderen selbst ernannten Demokratieverteidiger der freien Presse elementare Inhalte der Geschichte unterschlugen, ist schwer zu erklären.

Mit wenigen Klicks kann man im Internet die Stellungnahme der sächsischen Polizei erreichen. Dort erfährt man, dass der Vorfall mit dem Bürger, der sich nicht filmen lassen wollte, auf dem Weg zu einer Demonstration stattfand. Da „auf dem Weg zu“ eben nicht „auf einer“ entspricht, gilt für den Betroffenen selbstverständlich das Recht aufs eigene Bild, was vor allem Journalisten wissen müssten. Das vermeintliche Festhalten beziehungsweise die Behinderung des ZDF-Teams bei der Arbeit resultierte daraus, dass der betroffene Bürger zu Recht Anzeige erstattete und das Kamerateam es ihm ohne Not gleichtat. Dieses Anzeigen-Pingpong und die mangelnde Kooperation des ZDF-Teams waren nach Darstellung der Polizei ursächlich für das Festhalten.

Dass sich der Polizeipräsident von Dresden angesichts dieser Sachlage ohne Not beim ZDF entschuldigte, zeigt aus meiner Sicht eindrucksvoll die politische Macht der vermeintlich unabhängigen Öffentlich-Rechtlichen. Den Vorgang rundete Cem Özdemir von den Grünen ab, indem er dem beteiligten Angestellten des LKA auch noch sein Grundrecht auf Demonstration absprechen wollte.

Stefan Kromer, Kirchheim

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